Anmerkung zur Ideenwelt von Platon

das Böse
Das Böse – Quelle: Republica, Pixabay

Die Ideenlehre von Platon taucht im Moralunterricht etwas unvermittelt auf. Es geht um die wahrnehmbare Welt und um die Täuschungen bei dieser Wahrnehmung. Vernunft als Hilfsmittel soll eingesetzt werden, um die Welt und Wirklichkeit nicht nur als Schatten zu erkennen, sondern in ihrer idealen Form.
Das mag erkenntnistheoretisch noch interessant sein, in Ethik geht es aber um Moral. Welches ist die richtige Moral? Genau diese Frage will Platon auch beantworten. Bestes Beispiel sind die Tugenden. Was Gerechtigkeit, Klugheit, Tapferkeit und Mäßigung wirklich ist, das erkennt der Suchende nicht durch Offenbarung. Er muss dafür etwas leisten, nämlich sich bilden.
Das erinnert dann schon sehr an Erleuchtung: Meditation als Lernprozess.

Um das zu erklären hat Jostein Gaarder in „Sofies Welt“ die Geschichte mit den Pfefferkuchenmännchen erzählt. Die sind eben nur die mehr oder weniger gut gelungene Kopie eines idealen Pfefferkuchenmännchens.
Demnach gibt es also für die genannten Tugenden Idealformen in der Welt der Ideen. Es gibt aber auch das Böse – in der wahrnehmbaren Welt.
Das Böse in seiner Reinform ist also noch viel erschreckender als das, was wir in der Welt wahrnehmen.

tmd.

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