Anmerkungen: Der kategorische Imperativ (Teil 3)

Dilemma-Geschichten sind im Moralunterricht der Unterstufe das geeignete Übungsfeld, soziale Situationen kennen zu lernen, in denen unterschiedliche, sich widersprechende moralische Regeln aufeinander treffen.
Zunächst wird dann gelernt, dass es Vorzugsregeln gibt. Bald aber wird klar, dass es in Dilemma-Situationen keine befriedigende Entscheidung gibt. Folgt man der einen Moral, missachtet man die andere und umgekehrt.
Kant hilft hier anscheinend nicht weiter.
Weiter hilft dagegen ein Utilitarismus, der sich aber seiner Entscheidungsfindung und Verfahrensweise bewusst ist. Man wird in Situationen, die moralisch nicht eindeutig zu klären sind, die Folgen des Handelns abklären und eine für alle Beteiligten annehmbare Lösung suchen und finden. Die Lösung ist nun aber nicht formal gefunden worden, sondern ist abhängig von den besonderen Einzelumständen. Die Handlungsanweisung ist also nur auf diesen Fall und alle anderen gleichen Fälle anwendbar.
Die Art der Entscheidungsfindung ist zwar nicht im Sinne der formalen Pflichtethik von Kant, aber sie orientiert sich am Gedanken der Maxime, das eine Entscheidung von allen Beteiligen akzeptiert werden kann.

tmd.

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