Anmerkungen zur Entfremdung bei Marx (1)

Fließbandarbeit
moderne Fließbandarbeit – Quelle: qq37909485, Pixabay

Der Begriff der Entfremdung ist komplex und bedarf noch einiger Erklärungen.
Erklärt werden muss zunächst, wie es zum wachsenden Reichtum der Unternehmer kommt.
Marx schreibt, dass der Arbeiter um so ärmer wird, je mehr Reichtum er produziert. Wie ist das zu verstehen? Und: Stimmt das überhaupt?
Das, was die Arbeiter produzieren, bezeichnet Marx als gesellschaftlichen Reichtum. Die Produkte gehören zwar nicht den Arbeitern, aber Marx meint, dass dieser Reichtum zu Unrecht bei den Kapitalisten landet. Die eigentlichen Produzenten sind die Arbeiter und deshalb soll ihnen auch der produzierte Reichtum gehören. Soweit die Eigentumsverhältnisse.
Der Reichtum wächst deshalb, weil die Unternehmer Maschinen einsetzen und so menschliche Arbeitskraft, die teuer ist, einsparen. Außerdem können sie mit Maschinen mehr produzieren. Es kommt also zu der Situation, dass die Kapitalisten mit weniger Arbeiter mehr produzieren können. Deshalb können sie auch mehr verkaufen und mehr Gewinne machen.
Warum werden die Arbeiter ärmer? Die Unternehmer brauchen weniger Arbeiter. Es gibt also mehr Arbeitslose. Die Unternehmer können also ihre Löhne senken. Die Arbeitslosen werden – wenn es keine Arbeitslosenversicherung gibt – jeden schlecht bezahlten Job annehmen.
Das, was die Arbeiter produzieren, muss auch verkauft werden. Die Arbeiter müssen also soviel Lohn erhalten, dass sie damit Produkte auch kaufen können. Es ist also besser, wenn die Arbeiter nicht verarmen, damit der Kapitalist mehr Geld verdient. Zur Zeit von Marx gab es noch keine Gewerkschaften, die sich für Lohnsteigerungen stark machten. Deshalb war seine Behauptung damals richtig. Heute ist es so, dass hohe Löhne dem Kapitalisten helfen.
Die Behauptung von Marx, dass die Arbeiter um so ärmer werden, je mehr sie produzieren, stimmt also heute nicht mehr. Richtig ist aber, dass der Einsatz von immer mehr Maschinen (Robotern) immer mehr Arbeitslose produziert. Die müssen vom Sozialstaat unterstützt werden. Das Geld holt sich der Staat von den Unternehmern und den Arbeitern.

tmd.

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