Anmerkungen zur Entfremdung bei Marx (2)

Materialprüfung
entfremdete Arbeit wird als sinnlos empfunden – Quelle: qq37909485, Pixabay

„Der Arbeiter fühlt sich daher erst außer der Arbeit bei sich und in der Arbeit außer sich.“ Dieser Satz aus den Philosophischen und ökonomischen Schriften von Karl Marx bereitet Interpretationsschwierigkeiten. Weiter schreibt Marx, dass sich der Arbeiter nur noch in seinen tierischen Funktionen frei fühlt, in seinen menschlichen Funktionen aber unfrei. Was meint Marx damit?
Das Menschenbild bei Marx sieht so aus: Der Mensch ist ein Wesen, dass tätig sein will und sein Leben nach Plan organisieren will. Der Mensch ist im Unterschied zum Tier nicht vom Instinkt gesteuert, sondern von Vernunft und Verstand gesteuert. Tätig sein ist für den Menschen Selbstverwirklichung. Durch entfremdete Arbeit wird ihm aber diese Selbstverwirklichung genommen. Er ist in seiner Arbeit, also in dem, was sein Mensch sein auszeichnet, nicht mehr frei. Er arbeitet wie ein Roboter. Das menschliche wird also zu tierischem Verhalten.
Was ist nun mit dem tierischen Verhalten? Marx meint damit, dass sich der Arbeiter reproduzieren muss. Er muss Essen und Schlafen. Das sind biologische Funktionen. Diese Funktionen sind nun diejenigen, in denen sich der Mensch noch frei fühlt. Hier ist er nicht in Arbeit.
Der Mensch hat seine Freiheit nur noch in der Freizeit. Der Philosoph Robert Menasse nennt das Freizeit-Freiheit.

tmd.

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