Das ICH als Illusion

Cold hearted orb that rules the night,
Removes the colours from our sight,
Red is gray and yellow white,
But we decide which is right.
And which is an illusion?
(Graeme Edge, 1967)

Maya ist ein Begriff der indischen Philosophie, der bei der Erklärung und Vermittlung reflexartig Irritationen und Verstehensprobleme hervorruft.
Grund ist die bis in die Antike zurückreichende Denktradition, die das Subjekt in den Mittelpunkt der Erkenntnis stellt. Dieser erkenntnistheoretisch unverzichtbare Anthropozentrismus europäischen Denkens ist in der indischen Philosophie MAYA. Das erkennende Subjekt ist selbst eine Illusion!

Farben
Farbenfrohe Illusionen – Quelle: frankspandi, Pixabay

Der kritischen und rationalen Untersuchung von Individualität und Sinn im Leben wird damit sozusagen der Boden und den Füßen weggezogen.
Eine Annäherung an den Begriff MAYA ist damit eigentlich grundsätzlich zum Scheitern verurteilt. Vergleiche helfen nicht weiter. In einem Ethikbuch habe ich die Geschichte von einem Schmetterling gefunden, der träumt, ein Mensch zu sein – und umgekehrt. Die Geschichte hat einen fernöstlichen Anstrich, ist aber nicht viel mehr als der Kerngedanke aus Das Leben ist ein Traum von Calderón de la Barca. Dort kann die Figur Sigismund nicht zwischen Traum und Realität unterscheiden. Aber in all diesen Vergleichen gibt es ein handelndes Subjekt.

In der indischen Philosophie ist das handelnde Subjekt aber selbst eine Illusion. Wie soll eine Illusion sich als solche erkennen? MOKSHA ist die Lösung, verspricht die indische Philosophie. Mehr dazu in einem weiteren Beitrag.

tmd.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*