Den Sinn des Lebens gibt es nicht auf Rezept

Aussagen über den Sinn des Lebens sind unterschiedlich. Sie sind unterschiedlich innerhalb einer Altersgruppe (Fachwort: Alterskohorte), aber auch unterschiedlich zwischen den Generationen (Eltern, Großelten usw.).

Diese Unterschiede in Aussagen über die Sinnfrage führen dazu, nach Gründen zu suchen für die Unterschiede. Wir finden als Antworten Merkmale wie Alter, Geschlecht, Beruf, Lebensumwelt. Die Liste lässt sich verlängern. Was man aus dieser einfachen Übung lernt, ist, dass sich diese Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens zwar in Gruppen ordnen lassen (konventionelle und philosophisch-wissenschaftliche Antworten), aber sich schwer in ein Ranking bringen lassen. Der Einfluss der unterschiedlichen Faktoren wird zwar anhand der Maslow-Pyramide erklärt. Es gibt aber keinen besseren oder schlechteren Lebenssinn, den wir uns wie beim Discounter aussuchen können.

Es gibt aber Beispiele, wie die „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ von Heinrich Böll, die eine klare Bewertung vemitteln wollen. Eine kurze Inaltsangabe und Bewertung findet sich unter: Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral. Der Fischer in der Geschichte macht alles richtig, hat den rechten Sinn im Leben gefunden und der Tourist ist der Dumme, einer, dem der Kapitalismus zu Kopf gestiegen ist. Das ist voreilig geurteilt. Der Fischer arbeitet, um zu (über-)leben. Mehr will er nicht. Das gab es immer, und ist für die meisten Menschen Realität. Freiwillig nicht zu arbeiten  und dennoch zu überleben, das ist Bürgern in reichen Sozialstaaten (BRD) vorbehalten oder Multimillionären.

Aber was ist das Gegenteil? Leben, um zu arbeiten, oder anders ausgedrückt, leben, um sich selbst zu verwirklichen? Das kann nicht jeder. Man muss entweder sehr reich sein oder ein Lebenskünstler. Arbeiten, um zu überleben und leben, um tätig zu sein/sich selbst zu verwirklichen, sind Gegensätze, was die Arbeitsmoral betrifft. Es sind zwei vollkommen unterschiedliche Ausprägungen von Arbeitsethik.

Die Arbeitsmoral, die wir wählen oder wählen müssen (weil wir eben nicht reich oder romantisch sind), prägt unseren Lebenssinn.

Schaut man sich die Lebensläufe bekannter Personen an, dann findet man immer wieder den Aspekt des „Tätig-sein-Wollens“. Jemand will etwas erreichen. Der Film „Das Streben nach Glück“ mit Will Smith zeigt diesen unbändigen Willen. Der Sinn des Lebens wird hier als Eigenleistung dargestellt.

Konstantin Kolenda (Philosoph) erklärt die Eigenleistung folgendermaßen:
„Seinen Weg finden“.
„seinen“ deutet auf Individualität hin,
„finden“ meint Aktivität und
„Weg“ bedeutet Kontinuität.
Alles das sind Eigenleistungen.

Wir merken uns: Sinnfindung ist Eigenleistung, die uns niemand abnehmen kann. Ein Faktor der Sinnfindung ist Arbeit. Wir können uns aber unterschiedliche Lebenswege anschauen und nach „Glück streben“. Was dieses Glück ist, das entscheiden wir selbst. Die Verantwortung tragen wir dabei ebenfalls selbst.

Den Sinn des Lebens gibt es nicht auf Rezept!

tmd.

Quelle: CamMW, Youtube

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