Der Sinn von Moral

Buch mit Theorien
Grau ist alle Theorie – Quelle: moritz320 – Pixabay

Wittgenstein macht im Tractatus logico-philosophicus eine interessante Notiz zum Thema Moral unter 6.41 (die Ethik ist transzendental). Moralische Aussagen sind Menschenwerk. Davon geht er aus, auch wenn er das nicht ausdrücklich sagt.

Der Sinn von moralischen Aussagen liegt entweder in den Aussagen selbst oder außerhalb dieser Aussagen. Liegt der Sinn in den Aussagen, dann sind alle moralischen Aussagen gleichwertig. Es fehlen Aussagen, die über den moralischen Aussagen stehen. Liegt der Sinn von moralischen Aussagen außerhalb der (menschlichen) Aussagen, dann sind sie nicht empirisch, man nennt das transzendent (vor und außerhalb der Erfahrung).

Heute versuchen Ethiker mit Hilfe meta-etischer Überlegungen dem Problem der Gleichwertigkeit der Moralen zu begegnen. Sie untersuchen also, wie Moral entsteht, was sie will und was sie leistet.

Doch Vorsicht! Auch diese Aussagen sind nicht transzendent. Sie wurzeln in unserer Welt. Ihr Blick von oben herab auf die niederen Moralen macht sie nicht zur Supervisor-Moral. Das vergessen nicht nur manche Ethikräte, sondern auch die Menschen, die unkritisch Aussagen der Ethikräte hinnehmen.

tmd.

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