Der Streit mit dir selbst – Der intrapersonale Konflikt

Anna telefoniert mit ihrer Oma Maria

Hallo Oma Maria, ich muss mit dir reden!
Meine liebe Anna, wenn du so anfängst, dann hast du Probleme.

Hast du oft innere Konflikte?
Was soll ich haben?

Innere Konflikte! Also das soll so sein, wie wenn jemand sich mit sich selbst streitet.
Ach! Ich vermute, heute war wieder mal Ethik?

Ja, genau! Wir haben Konflikte durchgenommen. Die zwischen Menschen nennt man interpersonal. Das sind die normalen Streitereien. Und dann gibt es die „intrapersonalen“ Konflikte. Die sind seelisch. Wir haben aufgeschrieben, dass das Gewissenskonflikte sind und Entscheidungsfragen.
Dann weißt du doch schon alles. Um deine erste Frage zu beantworten: Natürlich habe ich „innere“ Konflikte, wenn ich mir überlege, ob ich dir nächste Woche eine pädagogisch wertvolle Lern-DVD mitbringen soll – was dein Vater möchte – oder den dritten Teil der Tribute von Panem, was du dir gewünscht hast.

Danke Oma, dass du mir das Buch mitbringst.
Halt, das ist noch nicht sicher. Da muss ich nochmal mit deinem Vater reden. Also ich muss noch überlegen, wie ich mich entscheide. Und genau das ist mit „innerer Konflikt“ gemeint. Es gibt ein Für und ein Wider.

Konflikte
Konflikte zwischen Menschen – Quelle: geralt, Pixabay

Weißt du Oma, dein innerer Konflikt ist doch nur das Spiegelbild von dem Konflikt mit Papa, also ein interpersonaler Konflikt zwischen dir und deinem Sohn.
Ja, das stimmt. Innere Konflikte haben immer eine Entsprechung in deiner Umwelt. Das erklärt die „intrapersonalen“ Konflikte aber nicht vollständig. Du hast gesagt, dass es auch Gewissenskonflikte gibt.

Du meinst, wenn man ein schlechtes Gewissen hat?
Genau! Wo ist bei einem Gewissenskonflikt die andere Person mit der ich einen Konflikt habe?

Die gibt es nicht. Ich bin mit mir allein. Ich habe etwas gemacht, was ich nicht sollte. Stopp! Ich habe verstanden. Ich streite mich innerlich mit jemandem, der mir vorschreibt, etwas nicht zu tun.
Siehst du! Jetzt wird die Sache klarer. Und jetzt stell dir vor, das funktioniert auch bei Handlungen, die erst in der Zukunft liegen. Du überlegst dir, soll ich es machen oder nicht. Du vergleichst die Vorschriften und Regeln mit deinen Wünschen. Woran erinnert dich das?

An die Dilemma-Geschichten! Ich muss also bei inneren Konflikten unterschiedliche Werte vergleichen und meine Handlungen begründen.
Und die Gründe für die unterschiedlichen Wünsche und Bewertungen sind vielerlei, sagt unsere Lehrerin. Interessen zum Beispiel. Mein Papa will unbedingt, dass ich was lerne und du, meine liebe Oma, du verstehst mich. Bringst du mir nächste Woche das Buch mit??!

Ich muss vorher nochmal mit deinem Vater reden: Konflikte verhindern. Ich rufe dich danach an. Warum hast du eigentlich angerufen?

Tschüs Oma!

tmd.

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