Der unerbittliche Kritiker in dir

schlechtes gewissen
verdrängte Gefühle rumoren im Unterbewusstsein – Quelle: kellepics, Pixabay

Ambivalente Gefühle und das Eisbergmodell sind erste einfache wissenschaftliche Erklärungen des „schlechten“ Gewissens.
Was soll mit diesen Erklärungen erreicht werden?
Du brauchst in der Regel kein schlechtes Gewissen haben. Ambivalente Gefühle sind ganz normal und begleiten dich ein Leben lang. Ambivalente Gefühle, das ist die Suche nach Nähe und gleichzeitig auch der Wunsch nach Freiheit. Das ist Zuneigung und Ablehnung in einem Zug.
Alles beginnt in der Pubertät. Da fängt man an, über sich und die eigenen Gedanken und Gefühle nachzudenken. Die Folge:

Du bist dein eigener unerbittlicher Kritiker.

Warum das nun?
Ein Beispiel: Deine Eltern sind dir eigentlich sehr wichtig. Psychologen sagen: Sie sind deine Bezugspersonen. Vieles, was du weißt, hast du von ihnen gelernt. In der Bibel heißt es sogar: Du sollst Vater und Mutter ehren. Der Satz macht mächtig Eindruck, auch wenn du nicht gläubig bist. Aber manchmal geht dir die Familie schon richtig auf die Nerven. Du willst schließlich auch mal alleine sein, selber entscheiden, also selbstständig sein – oder es zumindest einüben.
Und in diesem Moment beginnt die innere Auseinandersetzung. Psychologen nennen das den „intrapersonalen“ Konflikt. Das ist der Streit mit dir selbst. Du willst zwei Wünsche und Gefühle zusammen. Selbstständig sein, aber auch die Eltern nicht enttäuschen. An der Stelle kommt dann das schlechte Gewissen zum Zuge.
Erwachsen werden heißt aber auch, mit diesen „ambivalenten Gefühlen“ leben und dennoch kein schlechtes Gewissen haben.
Was aber, wenn das nicht gelingt? Wenn man sich Vorwürfe macht, weil man sich in Gedanken fürchterlich von den Eltern oder der Familie genervt fühlt.
Dann will man diese Gedanken „verstecken“, man lässt sie verschwinden, am besten dort, wo man nicht mehr daran denkt: im Unterbewusstsein, so nennen das die Psychologen. Und die haben noch so ein Wort dafür gefunden: Verdrängung.
Aber das ist nun wirklich nicht die beste Lösung. Denn dort rumoren die Gedanken weiter herum. Das Rumoren zeigt sich dann im Alltagsleben in sonderbaren Formen, zum Beispiel in Bauchschmerzen.
Wie bei einem Eisberg sieht man dann die Erscheinungen, also die Bauchschmerzen (die Spitze des Eisberges) und wundert sich, woher sie kommen. Denn die Ursachen liegen im unteren Teil des Eisberges, der unter der Wasseroberfläche ist und nicht sichtbar ist.
Also: die Spitze des Eisberges ist das Bewusstsein, der Rest des Eisberges, der unter der Wasseroberfläche ist, ist das Unterbewusstsein.

Aber: Natürlich gibt es auch ganz normale Bauchschmerzen ohne seelische (psychische) Gründe. Die Ärzte sind dann oft ratlos. Ist es das eine oder das andere?
Was tun?
Selbsterkenntnis! Also über sich nachdenken, wer man ist und wie man sich langsam aber sicher verändert, erwachsen wird. Anne Frank hat das in ihrem Tagebuch vorgemacht.
Lesenswert!

tmd.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*