Die Methoden der Sekten – und bei wem sie nicht wirken

Wer mit Identitätsdefiziten zu kämpfen hat, wer keine Freunde hat, wer in der Schule versagt, wer also ein Verlierer ist, der wird schnell zum Opfer von Sekten, neu-religiösen Bewegungen, Psychogruppen und fundamentalistischen Religionsfanatikern.

Sekten werben Mitglieder
Mitgliederwerbung – Quelle: Pavlofox, Pixabay

Aufklärung über Sekten und andere ideologielastige Gruppen ist am besten machbar durch das Nacherzählen von Geschichten über Menschen, die in die Fänge von Sekten geraten sind. Bücher über Aussteiger, z. B. aus Scientology, gibt es etliche. Eine andere Möglichkeit ist, die Methoden offenzulegen, nach denen Sekten neue Mitglieder werben.

Mitgliederrekrutierung ist eine Inszenierung.

  • Dabei spielt die Sekte die WIR-Rolle: Wir sind die Starken. Wir halten zusammen. Wir kennen die Wahrheit. Wir wissen, warum es den anderen so schlecht geht. Und wir sagen es auch! Fundamentalisten gehen meist diesen direkten Weg.
  • Eine andere Inszenierung ist die HELFER-Rolle: Hast du Probleme, dann komm doch mal bei uns vorbei. Ganz unverbindlich natürlich. Kostet nichts! Und wenn du länger bleiben willst … eine Schlafstelle haben wir auch für dich.
  • Besonders heimtückisch ist die entwaffnend ehrliche BESSERWISSER-Rolle. Die geht so: Also weißt du, so kannst du nicht weitermachen. Du musst etwas für deine Gesundheit tun. Und du musst endlich sehen, dass du ein Workaholic bist. Also du musst unbedingt mental „aufräumen“. Komm doch in meine Gruppe! Sieh mich an, mir geht es fantastisch, seitdem ich bei meiner Gruppe bin.

Diese Inszenierungen haben nicht bei jedem Erfolg. Nur wer Probleme hat, wer in Schule oder Ausbildung nicht zurecht kommt, wer keine gefestigte Identität hat, der wird zum Opfer. Wer es nicht gelernt hat, mit Enttäuschungen, Verlusten und Misserfolgen zurecht zu kommen, der wird die Inszenierungen dankbar annehmen.

Aufklärung macht immun gegen das Sekten-Virus.
Kritische junge Menschen, die „selbst denken“ wollen, sind dagegen immun gegen Sekten. Sie sind sogar eine Gefahr für jede Sekte. Wer bei Diskussionen mit Fundamentalisten sein moralisches Basis-Handwerkszeug, das „ethische Argumentieren“ auspackt, der wird schnell verabschiedet. Denn mit jungen Menschen, die logisch argumentieren, wollen Fundamentalisten und Sektierer nichts zu tun haben.

tmd.

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