Die neue Handelspolitik und der alte Adam Smith

Jeans im Regal
Strafzoll auf USA-Jeans ist nicht die Lösung – Quelle: jarmoluk, Pixabay

Adam Smith taucht im Moralunterricht unter den Stichworten Unsichtbare Hand und Eigennutz auf. Smith war aber auch ein Vertreter des Freihandels und entschiedener Gegner von Handelsschranken durch Zölle oder andere Einfuhrbeschränkungen. Letzteres macht die EU. Güter werden dabei nicht mit Zöllen belastet, sondern es wird gefordert, dass sie bestimmten Standards oder DIN-Normen entsprechen. Das verteuert die Ware und verhindert den Import mehr als Zölle.
Adam Smith und die Vertreter des Freihandels meinen, dass Handelsschranken zu Lasten der Verbraucher gehen. Ein aktuelles Beispiel: Agrarimporte in die EU werden durch hohe Zölle erschwert oder verhindert. Die EU-Produzenten können dadurch ihre Ware teurer verkaufen. Würden die ausländischen Importe ohne Zollaufschlag in die EU kommen, dann hätte der Verbraucher mehr für sein Geld.
Warum dann Zölle?
Das nutzt nur den Unternehmern und den Produzenten eines Landes, nicht den Verbrauchern. Der alte Adam Smith würde so argumentieren. Wer weltweit ein Produkt am billigsten herstellt und (!) dabei noch für sich den optimalen Gewinn macht, der soll die Möglichkeit dazu haben. Denn auf diese Weise ist dem Selbstnutzen aller gedient. Die Produzenten können zum besten Preis verkaufen und die Verbraucher erhalten die beste Ware zum billigsten Preis. Auch international funktioniert, so Smith, die unsichtbare Hand.
Wenn also die EU aus den Ländern der dritten Welt, aus den Entwicklungsländern, deren Ware importiert, dann freut das die Verbrauchern in der EU, weil sie billiger einkaufen können. Es freut aber auch die Exporteure, weil sie damit nicht mehr auf Entwicklungshilfe angewiesen sind.
Aber auch Industrienationen leiden unter Handelsschranken. Amerikanische Autos werden in der EU hoch verzollt. Wenn der amerikanische Präsident Donald Trump jetzt dasselbe mit EU-Importen macht, dann ist das nur verständlich.
Hier ist also politische Ökonomie gefragt und nicht Zölle auf Jeans und Kult-Motorräder.

tmd.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*