Freiheit und Verantwortung

Mann in Landschaft
Freiheit – Quelle: 27707, Pixabay

Was das Gewissen ist, das wissen wir. Wir meinen es wenigstens. Jemand hat ein schlechtes Gewissen. Jemand ist gewissenlos. Es gibt die Gewissensfreiheit. Und es gibt auch das gute Gewissen.
Fragt man genauer nach, dann stellt sich heraus: Ja! Da gibt es etwas. Breite Zustimmung. Jeder kann etwas zum Thema beitragen.
Fragen wir bei Philosophen und Psychologen nach, bekommen wir recht gute Antworten. Das, was sich bei uns regelmäßig meldet, wenn es etwas zu entscheiden oder zu beurteilen gibt – also „tu das nicht“ oder „da hast du was falsch gemacht – diese innere Meldung ist entweder eine Folge der Erziehung oder ein Produkt unserer Vernunft. Es ist entweder antrainiertes Verhalten oder Freiheit des Handelns mit integrierter Übernahme von Verantwortung für unser Handeln.

Ein autonomes Gewissen gibt es nicht zum Nulltarif

Von Sigmund Freud kennen wir das Modell: ÜBER-ICH – ICH – UNTERBEWUSSTSEIN. Im ÜBER-ICH sitzt die Erziehung unserer Eltern und macht uns Vorschriften. Das ÜBER-ICH ist unser Gewissen, es ist das Modell Gewissen, das fremdgesetzlich ist. Man nennt es heteronom. Aus dieser Abhängigkeit kommt man nur heraus, wenn man diese Abhängigkeit durchschaut. Wenn das funktioniert, hat man ein Gewissen, das frei, nach selbst gesetzten Regeln funktioniert.
Doch dieses autonome Gewissen bekomme ich nicht zum Nulltarif. Das Gewissen ist zwar frei von den Gängelungen der Umwelt, aber es funktioniert nicht ohne unser Zutun. Wir müssen es ständig pflegen. Und das heißt: Wir bewerten, was wir getan haben – evaluativ nennt man das – und wir machen uns selbst Vorschriften – präskriptiv nennt man das.

Freiheit ist immer an Verantwortung gekoppelt

Reicht das? Nein! Woran orientiere ich mich denn nun, wenn ich das Gewissen selbst als Kontrolleur einsetze? Welches sind die richtigen Regeln, was ist moralisch also angesagt?
Das ist nun eigentlich unsere eigene Sache. Wir machen die Regeln, an denen wir uns orientieren, selbst. Wir brauchen also einen Mechanismus, der uns hilft, das eigene Handeln in Freiheit irgendwie zu kontrollieren. Verantwortung heißt das Zauberwort.
Freiheit gibt es nur im Paket mit der Verantwortung. Ich muss also meine Handlungen immer selbst verantworten. Da hilft es auch nur bedingt, in den Büchern der großen Religionen nachzuschauen oder den Arzt oder Apotheker zu fragen. Denn: Wir können uns nicht auf jemanden berufen. Das ist nur billiger Gewissensmissbrauch.

Vernunft einschalten, wenn es um Moral geht

Was also tun, um Gewissenstäter – also Terroristen – zu beurteilen?
Es gibt immer noch die Vernunft. Dieses Werkzeug der Philosophie gilt es in Stellung zu bringen. Also tun wir es!

tmd.

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