J.J. Rousseau: Die Legitimation von Herrschaft

Rousseau behauptet: Der Mensch ist von Natur aus so gut und friedlich, dass er in der Natur wehrlos untergehen würde. Er muss sich also mit anderen Menschen zusammenschließen, um zu überleben. Das ist ein Gesellschaftsvertrag. Doch dieser Vertrag war der Beginn allen Übels. War der Mensch vorher zwar in Gefahr, aber frei, so ist er jetzt zwar nicht mehr in Gefahr, aber plötzlich in seiner Vergesellschaftung absolut unfrei.

Bild von Jean-Jacques Rousseau
Jean-Jacques Rousseau, gemalt von Maurice Quentin de La Tour, 1753 – Quelle: Wikipedia

Den folgenden Text von Rousseau sollte jeder einmal gelesen haben. „Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten. Einer hält sich für den Herrn der anderen und bleibt doch mehr als Sklave als sie. Wie ist dieser Wandel zustandegekommen? Ich weiß es nicht. Was kann ihm Rechtmäßigkeit verleihen? Diese Frage glaube ich beantworten zu können.“ (Gesellschaftvertrag, 1. Buch, 1. Kapitel)

Was ist damit gemeint? Der Mensch ist grundsätzlich frei, aber jetzt unfrei. Soviel ist klar. Aber Rousseau will nicht untersuchen, warum „der Mensch“ versklavt wurde durch die Vergesellschaftung. Das wäre nur eine Einzelfallstudie und zudem eine Spekulation.

Rousseau fragt nach der Legitimation von Herrschaft – grundsätzlich.
Was legitimiert also die Herrschaft? Wir ahnen es schon: eine Vereinbarung, ein Gesellschaftsvertrag. Eine andere Möglichkeiten erwähnt er, wie z.B. das Naturrecht, eine zu seiner Zeit übliche Legitimation von Herrschaft nennt er aber nicht: Herrschaft von Gottes Gnaden. Typisch für Rousseau, denn er war Religionskritiker. Wie soll der Gesellschaftsvertrag bei Rousseau zustande kommen, damit es nicht zur Versklavung kommt? Dafür sorgt der Gemeinwille.

tmd.

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