Kategorischer Imperativ und Goldene Regel

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nicht subjektiv soll es sein – Quelle: brenkee, Pixabay

Die Goldene Regel gibt es in unterschiedlichen Kulturen. Deshalb meinen viele Menschen, diese Regel ist ein ausreichendes Fundament für moralisches Handeln.
Oft wird die Goldene Regel auch mit dem Kategorischen Imperativ gleichgesetzt. Das ist aber grundfalsch.

Die Goldene Regel ist nur eine nicht mehrheitsfähige Kollektivnorm.
Die Goldene Regel widerspricht sogar dem Kategorischen Imperativ.

Der Kategorische Imperativ ist eine objektive Maxime. Maxime ist hier eine oberste Regel, eine Bestimmungsgrund.
Die Goldene Regel ist aber eine subjektive Maxime, vergleichbar mit dem pflichtgemäßen Handeln. Hierzu ein Beispiel: Wenn ich beschließe nicht zu stehlen, damit ich auch von den anderen Menschen nicht bestohlen werde, dann handele ich aus Eigennutz und eigentlich rein egoistisch.
Der Kategorische Imperativ schließt die subjektiven und egoistischen Beweggründe jedoch ausdrücklich aus. Die Maxime des Kategorischen Imperativs ist also objektiv. Er schließt damit die Goldene Regel als Maxime aus.

tmd.

Ein Gedanke zu „Kategorischer Imperativ und Goldene Regel“

  1. Ich bin gefragt worden, was der hypothetische Imperativ mit der Goldenen Regel zu tun hat.
    Hypothetische Imperative sind „wenn – dann“ Regeln. Sie gelten also nur unter bestimmten Einschränkungen. Genau diese Einschränkungen macht die Goldene Regel. Sie verbietet mir ein Handeln gegenüber anderen Menschen, da ich „subjektiv“ ausschließen will, das es auch gegen mich gerichtet ist. Ich handele nur „dann“ so, „wenn“ du auch so handelst. Diese subjektive Einschränkung macht der kategorische Imperativ nicht.

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