Leben und Arbeiten Teil 3

Gleichberechtigung – Quelle: geralt, Pixabay

Thema: Gleichberechtigung der Frau. Hier geht es um die gleiche Bezahlung für gleiche Leistung und den Zugang zu Jobs, die in Position, Status und Bezahlung attraktiv sind. Gleiche Bezahlung bei gleicher Leistung bedarf keiner größeren Erklärung. Anderes ist ungerecht und schlicht unmoralisch. Das heißt nicht, dass es das nicht weiterhin gibt.
Anders ist es beim Zugang zu attraktiven Jobs. Hier bedarf es einiger Erklärungen, warum es zur Ungleichbehandlung kommt.

Die Verteilung von attraktiven Jobs ist abhängig von sozialen Merkmalen wie Beziehungen (Netzwerken) und Bildungshintergrund der Familie beispielsweise, und ganz besonders auch dem Geschlecht. Es gibt jedoch einen weiteren Einfluss auf die Verteilungsgerechtigkeit, der dafür verantwortlich ist, den Männern die attraktiven Jobs zu sichern und gleichzeitig diese Verteilungsungerechtigkeit nicht sofort sichtbar werden zu lassen.

Es ist der sich wandelnde Marktwert von Jobs. Einfach ausgedrückt: Jobs, die hauptsächlich von Männern besetzt wurden und im Vergleich zu anderen Jobs in gleicher Position und Status für Männer unattraktiv werden, sind freigegeben für Frauen. Klassisches Beispiel: Der Beruf des Lehrers war bis Mitte des letzten Jahrhunderts „männlich“. Das hat sich radikal geändert. In den Grundschulen gibt es kaum männliches Personal. In den weiterführenden Schulen ist der Trend ähnlich. Der Grund: Im Vergleich zu anderen Akademiker-Jobs ist der Lehrerberuf anstrengend, schlecht bezahlt und hat kein Ansehen in der Gesellschaft.

Das sind soziologische und ökonomische Erklärungen. Es gibt Sozialpsychologen, die das Verhalten der Männer, Jobs mit Status, Ansehen und viel Verdienst für sich zu sichern, mit dem Streben nach Macht erklären. Was hat das alles mit Moral zu tun? Der Maßstab der Gleichberechtigung ist allein moralisch begründbar. Menschen sind nämlich grundsätzlich sehr verschieden und das Merkmal Geschlecht ist nur eines von vielen. Empirisch ist Gleichheit also nicht zu begründen, sondern nur durch Vernunft (epistemisch), also moralisch. Ungeachtet dessen wurde dieses Merkmal von Männern bis nach 1958 auch in Deutschland noch als Unterscheidungsmerkmal verwendet, um die attraktiven Jobs zu verteidigen.

tmd.

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