Medizinethik und Person: Oberstes Ziel ist der Schutz der Menschenwürde

Der Beitrag vom 24.2.2017 bedarf einer kritischen Präzisierung. Es heißt dort: Dennoch ist eine Diskussion, die sich grundsätzlich mit den beiden Begriffen der Person beschäftigt, nicht verzichtbar. Nur so werden Interessen und soziale Kommunikation zum Thema offengelegt.

Soziale Kommunikation ist hier so zu verstehen, dass die verschiedenen Deutungen des Begriffs Person gesellschaftlich verfestigte Konstruktionen sind. Der Wertigkeit Mensch-Sein steht nicht eine irgendwie geartete platonische Idee des Mensch-Seins gegenüber. Die herausragende Stellung des Menschen ist nicht ein Abziehbild einer ebensolchen Stellung im Reich der Ideen. Es ist schlicht und einfach verfestigte Kommunikation, die ihren Ursprung darin hat, dass Menschen sich selbst ins Recht setzen, etwas über die eigene Wertigkeit auszusagen. Dabei spielt es keine Rolle, dass die Wertigkeit in den Religionen bestätigt wird. Denn Religionen gehören ebenfalls zur sozialen Kommunikation.

Die Zeit fließt
Zeit in Würde verbringen – Quelle: cocoparisienne, Pixabay

Diese Deutung des Mensch-Sein (als Ergebnis gesellschaftlicher Kommunikation) wird jedoch heftig von denjenigen kritisiert, die eine herausragende Stellung des Menschen in Schöpfungsgeschichte und Offenbarung erkennen. Gerade diese Denktradition ist nun aber auch dafür verantwortlich, dass es so etwas wie allgemeine Menschenrechte und Menschenwürde gibt. Das wird in der Diskussion oft übersehen. Auch deshalb, weil die Ableitung der Menschenrechte und Menschenwürde aus den Abrahamitischen Religionen nach dem Muster der sozialen Kommunikation erfolgt.

Nun ist es aber nicht einerlei, ob die Sonderstellung des Menschen aus der Offenbarung oder aus der Interpretation historischer Kommunikationsergebnisse abgeleitet wird: dieses ist Menschenwerk, jenes ist Erkenntnis des gläubigen Menschen. Ethische Diskussion muss also vorbehaltlos die Kompetenzen der beiden Denkrichtungen zum Schutze vor dem Ausverkauf der Menschenwürde benennen.

tmd.

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