Merkzettel: Höhlengleichnis

Raus aus dem Kerker der Sinne – Quelle: StockSnap, Pixabay

Das Höhlengleichnis von Platon soll die Ideenlehre erklären. Gleichzeitig soll es erklären, dass der Mensch ein bildungsfähiges Wesen ist.

Die Erklärung der Ideenlehre durch das Höhlengleichnis bleibt unverständlich, wenn man die Ideenlehre nicht schon kennt. Die Erklärung zur Bildungsfähigkeit des Menschen bleibt irreführend, weil es nicht um die Fächer in der Schule geht, sondern um den Gebrauch der Vernunft geht. Das muss man erst lernen.

Zunächst zur Bildungsfähigkeit: Die Menschen, die in der Höhle sitzen und dort gefesselt sind, können nur die Schatten der Wirklichkeit sehen. Der Grund: Sie nutzen nur ihre sinnlichen Fähigkeiten. Die Sinne sind aber leicht zu täuschen.
Meine Merkhilfe dazu: Wir sind Gefangene im Kerker der Sinne.
Die Täuschung ist nur zu verhindern durch Erfahrungen und Wissen und vor allem durch den Einsatz von Vernunft. Vernunft ist hier theoretisches Denken, ist abstraktes Denken. Erfolgreichste Disziplin ist hier die Mathematik.

Nun zur Ideenlehre: Platon sucht nach universellen Begriffen. Das Gute und die Tugenden sollen nicht beliebig sein. Das Gute in seiner vollkommenen Form ist bei Platon in der Welt der Ideen enthalten. Damit seine Theorie systematisch die gesamte Wirklichkeit beschreiben kann, werden auch alle Objekte der Welt in die Welt der Ideen gespiegelt. Es gibt also zu jedem Objekt der Welt, das wir sinnlich wahrnehmen ein vollkommenes Gegenstück in der Welt der Ideen.

Das vollkommene Objekt in der Ideenwelt kann man aber nur erkennen, wenn man die Vernunft einsetzt. Das führt jedoch zu etlichen Problemen. Gibt es zu jedem Objekt der wahrnehmbaren Welt auch eine Gegenstück in der Welt der Ideen, dann müsste es auch Viren und Bakterien in der Welt der Ideen geben.

Welche Interpretationen lässt das Höhlengleichnis noch zu?
Lernen, Wissen ansammeln und die Vernunft trainieren ist anstrengend. Es ist einfacher, im Kerker der Sinne zu verharren und sich mit Schattenmeldungen (Neudeutsch: fake-news) zu beschäftigen.

tmd.

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