Moksha: Kampfansage an die Ratio

Meditation
Meditation – Quelle: NatoPereira, Pixabay

Der Fluchtpunkt des menschlichen Lebens ist in der Hindu-Philosophie Moksha. Moksha ist der Punkt, an dem Maya, die Illusion des Ich, durchschaut und durchbrochen wird. In der Hindu-Philosophie geht das nur durch die Unterbrechung des Samsara. Samsara ist die ewige Wiedergeburt. Durchbrochen wird das Samsara nur durch ein entsprechendes Karma – eine bestimmte Lebenshaltung.

Soweit das lernbare Grundwissen, das aber in keiner Weise weiterführt.
Fragen wir kritisch nach. Wenn das ICH eine Illusion ist, wie kann das ICH erkennen, dass es selbst eine Illusion ist? Das setzt doch Reflexion voraus!
Wie kann das Samsara erkannt und durchbrochen werden, wenn die Weltanschauung selbst eine Illusion ist? Wie kann ich das Karma beachten und einüben, wenn meine Erkenntnisfähigkeit, die vom Subjekt abhängig ist, eine Illusion des ICH ist? Alle diese Fragen sind ungeklärt, berücksichtigt man die Voraussetzungen der hinduistischen Philosophie.

Es geht um ERLEUCHTUNG. Die hinduistische Philosophie braucht diese Gedankenfigur, um zur Erkenntnis zu kommen. Erkentnis heißt hier: Erkennen, dass der Mensch – und jedes Lebewesen – ständig wiedergeboren wird, wenn er/es nicht ein bestimmtes Karma pflegt. Und dieses Erkennen – die Erleuchtung – darf natürlich nicht, wie in der aufgeklärten europäischen Philosophie, über die Ratio ablaufen. Die Erleuchtung muss etwas Lebensweltliches sein. Das kann z. B. Meditation sein.

Jetzt sind wir der Sache schon näher gekommen. Meditation kann sein: sich Widersprüche vorstellen und darüber nachdenken oder über das Nichts nachdenken. Ziel ist es immer, die kommunikativen Handlungsstrukturen aufzulösen und zu tilgen. Kurz gesagt:

Die Ratio soll außer Kraft gesetzt werden.

Ist dieser Fluchtpunkt erreicht, dann kann die aufgeklärte europäische Philosophie als entsorgt betrachtet werden.

Wollen wir das?

tmd.

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