Moral und Ethik

Leben & Sterben – Quelle: DasWortgewand, Pixabay

Ethische Debatten zum Leben und Sterben kranken daran, dass sie sich ihres moralischen Charakters nicht bewusst sind oder sein wollen. Es geht im Kern um die Frage: Welcher Mensch darf leben und welcher Mensch darf wann und wie sterben. Dabei werden unterschiedliche Menschenbilder in Stellung gebracht. Den Befürwortern der Sterbehilfe beispielsweise wird vorgeworfen, dass durch ihr Bild vom Menschen der Mensch dem Zeitgeist geopfert wird. Dabei werden für dieses Argument Beispiele aus der Vergangenheit angeführt. Ähnlich ist es mit den Argumenten gegen jegliche Art von Stammzellforschung. Man solle sich nicht in den Plan der Natur/Gottes einmischen. Das Bild des Menschen sei nicht von ihm selbst abhängig. Bei dieser Argumentationsweise wird jedoch vergessen, dass sich der Standpunkt der Gegner von Sterbehilfe und Stammzellforschung nicht auf einem höheren Niveau von Moral befindet, der durch die Sichtung unterschiedlicher Moralen entstanden ist. Auch dieser Standpunkt muss sich vorwerfen lassen, ein Kind des Zeitgeistes zu sein. Für beide Standpunkte gibt es Argumente und Beispiele. Die Entscheidung, die getroffen wird, ist eine soziokulturell abhängige. Sie ist zudem abhängig von Machtverhältnissen. Insbesondere Machtverhältnisse werden bei der Diskussion nicht offengelegt. Das Selbstbestimmungsrecht der Betroffenen wird einer politischen Entscheidung geopfert.

tmd.

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