Norm – Entscheidung – Handlung

Entscheidung
eine Entscheidung treffen – Quelle: ElenaRepina, Pixabay

Der praktische Syllogismus ist ein Hilfsschema zum Argumentieren, das sich an der Wahrheit orientiert. Er bereitet deshalb soviel Schwierigkeiten, weil wir uns im Alltag nicht an die Reihenfolge des praktischen Syllogismus halten, nicht halten können.
Wie geht das!?
Der praktische Syllogismus beginnt mit einer moralischen Norm. Beispiel: Du sollst nicht lügen.
Dann kommt die Kurzbeschreibung einer Situation, in der ich mich entscheiden muss, ob ich lüge oder nicht.
Den Schluss bildet die Handlung, also wie ich mich letztlich entschieden habe.

Im Alltag begegnet mir zuerst der zweite Satz, also die Situation, in der ich moralisch handeln soll oder will.
Dann kommt die Rückfrage an meine moralischen Normen. Gibt es da Handreichungen, die mir helfen, moralisch richtig zu handeln?
Zuletzt kommt die eigentliche Handlung.

Soll sich die Argumentation an Wahrheit orientieren, dann muss ich angeben, mit welcher Begründung – mit welcher moralischen Norm ich meine Handlung in der entsprechenden Situation rechtfertige.

Der Hinweis auf die moralische Norm, die ich anwende, ist deshalb so wichtig, weil ich in meiner Argumentation diese Norm offenlegen muss.
Diese Norm entbindet mich aber nicht von der Übernahme der Verantwortung. Es reicht also nicht, dass ich mich auf eine Person oder Gott berufe. Meine Handlung muss immer ich selbst verantworten.

tmd.

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