Ohne Fundament

Holzweg durch Wald
Gehen auf selbst gemachtem Fundament – Quelle: PGloutnay, Pixabay

Warum beschäftigen wir uns eigentlich im Ethikunterricht mit der Korrespondenztheorie?, bin ich gefragt worden. Diese Wahrheitstheorie macht doch nur einen Sinn, wenn es um Naturwissenschaften geht, heißt es.
Richtig! Die Übereinstimmung von kritischem Denken und Wirklichkeit ist nicht zur Prüfung von Moral geeignet. Moral ist Sache von Konsens und von Kohärenz, ist also auf Zustimmung und widerspruchsfreie Aussagen gegründet.
Die Korrespondenztheorie, so wie sie Thomas von Aquin verstand, will in der kritischen Prüfung der objektiven Wirklichkeit den Willen Gottes erkennen.
Gottes Wille ist in Ethik nicht das eigentliche Fundament von Moral.
Moral ist Menschenwerk. Hier könnte man dann – sehr modern und soziologisch – Moral als intersubjektives Konstrukt sehen: Moral als soziale Tatsache.
Damit wäre man dann aber sofort wieder beim Begründungsproblem moralischer Aussagen. Wer prüft das, was ich als Wahrheit bezeichne? Bei der Korrespondenztheorie ist es der infinite Regress, der hier sofort einsetzt.
Unsere Herstellung von Moral hat also kein Fundament.
Außer: Wir suchen unser Heil in der Botschaft Gottes.

tmd.

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