J.J. Rousseau: Der Gemeinwille und der Gesamtwille

Zunächst bleibt Rousseau bei der bekannten Vorgehensweise, einen Vertrag zwischen den Bürgern zu schließen. Alle Menschen vereinbaren, gemeinsam zu handeln mit einem bestimmten Ziel: Die Freiheit eines jeden einzelnen Menschen zu verteidigen. Die Freiheit heißt hier allerdings auch, dass jeder das tun kann, was er will. Ansonsten wäre er ja nicht frei.

Gemeinsam für eine freie Welt
Gemeinsam

Das kann nicht gut gehen, wissen wir bereits seit Hobbes.
Das kann gut gehen, sagt Rousseau, wenn alle Menschen das Gleiche wollen und dabei keiner irgendwelche Nachteile hat. Kann das sein? Ist so etwas möglich? Nein! Es funktioniert nicht. Rousseau irrte hier. Wagen wir eine kritische Überlegung. „J.J. Rousseau: Der Gemeinwille und der Gesamtwille“ weiterlesen

J.J. Rousseau: Die Legitimation von Herrschaft

Rousseau behauptet: Der Mensch ist von Natur aus so gut und friedlich, dass er in der Natur wehrlos untergehen würde. Er muss sich also mit anderen Menschen zusammenschließen, um zu überleben. Das ist ein Gesellschaftsvertrag. Doch dieser Vertrag war der Beginn allen Übels. War der Mensch vorher zwar in Gefahr, aber frei, so ist er jetzt zwar nicht mehr in Gefahr, aber plötzlich in seiner Vergesellschaftung absolut unfrei. „J.J. Rousseau: Die Legitimation von Herrschaft“ weiterlesen

Sicherheit statt Freiheit: Thomas Hobbes

Für Hobbes sind alle Menschen gleich. Damit meint er, dass alle Menschen die gleichen Chancen haben, sich im Leben durchzusetzen. Sicher gibt es welche, die stärker sind oder schlauer, aber das können die Menschen ausgleichen. Die Schwachen können sich zusammentun gegen einen Starken oder ein schlauer Mensch kann einen starken besiegen. Außerdem haben alle Menschen das gleiche Recht auf alles. Wer etwas haben will, der nimmt es sich. Klar, dass so Streit und Krieg vorprogrammiert sind.
Was tun?

Thomas Hobbes Portrait
Thomas Hobbes, aus einem Gemälde von J. M. Wright – Quelle: Wikipedia

Hobbes rät, dass alle Menschen ihr Recht auf Gewaltanwendung aufgeben – also einen wesentlichen Teil ihrer Freiheit. Sie schließen miteinander einen Vertrag und geben einem Menschen die volle Macht. Wozu und wofür? Dieser eine Alleinherrscher hat ab sofort das Recht und die Pflicht (!), für Recht und Ordnung zu sorgen. Hobbes nennt ihn Leviathan (biblisches Ungeheuer). Die Bürger tauschen also Freiheit gegen Sicherheit.
tmd.

Sophisten, Sokrates und Platon

Die Sophisten sind in der Tat nicht so einfach zu verstehen, wie es das Lehrbuch zeigt. Zum Einlesen kenne ich nichts, was alle Meinungen wiedergibt.
Hier meine Zusammenschau:

  • Die Sophisten waren die radikalen Aufklärer der Antike und Begründer der Sprachphilosophie.
  • Sie haben den Menschen aus der kosmologischen Umklammerung von Religion und Mythen befreit.
  • Sie haben die Gesetzgebung zu dem gemacht, was es ist, nämlich Menschenwerk.
  • Sie haben Bewusstsein geschaffen dafür, dass die Gesetze zu den Menschen passen sollen und nicht umgekehrt.
  • Sie haben den Zeitgeist instrumentalisiert und mit Redeschulungen viel Geld verdient – an Philosophie waren sie wenig interessiert.
  • Sie sind ein Oberflächenphänomen für einen grundlegenden Paradigmenwechsel (Denkmuster/wissenschaftliches Weltbild), den sie selbst nicht richtig durchschaut haben.

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Philosophie als Waffe im Kampf um die politische Macht

Im ausgehenden 5. vor-christlichen Jahrhundert versuchen die Sophisten in Griechenland und insbesondere in Athen, die Macht an sich zu reißen. Ihre Parole lautet: Der Mensch ist das Maß aller Dinge. Damit legitimieren die Sophisten jede nur mögliche politische Ordnung. Sie muss nur zu den jeweiligen Akteuren passen, den Herrschern und Beherrschten. Nicht mehr die alten Tugenden zählen, sondern nur noch die möglichst beste Argumentation, um die angestrebte politische Ordnung herzustellen. Das ist radikale Aufklärung. Der Mensch ist sein eigener moralischer Gesetzgeber. Das ist in erster Linie eine radikale subjektive Weltsicht, jedoch letztlich die Geburtsstunde des Ethischen Relativismus. „Philosophie als Waffe im Kampf um die politische Macht“ weiterlesen

Moralische Kompetenz setzt Wissen voraus

Wer moralische Probleme nicht sieht, der sucht natürlich auch nicht nach Lösungen. Es ist also manchmal hilfreich, zuerst das Problem genauer zu beleuchten und dann erst die Lösung zu präsentieren.

Bücher, die Wissen enthalten
Moralisches Handeln setzt Wissen voraus – Quelle: ElasticComputeFarm, Pixabay

Wenig hilfreich ist es, Kinder und Jugendliche ohne Anleitung nach Lösungen suchen zu lassen.

Meist ist das Ergebnis eher trivial. Außerdem macht sich schnell ein Relativismus breit, der aus dem freien Suchen nach Lösungen entspringt.

Oder, wie mir mal eine Schülerin sagte: Jeder hat eine andere Meinung. Warum dann aber noch Zeit vergeuden, um diese unterschiedlichen Meinungen auszutauschen.

tmd.