Religion kontra Menschenrechte

Blut, Verletzung
garantiert die Verfassung die Unversehrtheit? – Quelle: twightlightzone, Pixabay

Es gibt drei Artikel in der Deutschen Verfassung, die wir nicht aufgeben dürfen.
Artikel 1: Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Artikel 2: Jeder hat das Recht auf (..) körperliche Unversehrtheit.
Artikel 3: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

Und es gibt den Artikel 4: Hier geht es um Religionsfreiheit.

Der verfassungsrechtliche Konflikt zwischen Artikel 4 und den Artikeln 1 bis 3 ist schon vor Jahren ausgebrochen. Ethikräte schweigen dröhnend zu diesem Konflikt. Einen Sturm der Entrüstung sollte man erwarten.

Es geht um das Brauchtum der Beschneidung. Das Thema ist grundsätzlich vermintes Gelände. Wer sich hier äußert, der muss politisch korrekt reden. Wer hier Stellung bezieht, darf niemandem auf die Füße treten.
Weil dies so ist, wird nicht darüber geredet.

Im Ethikunterricht wird das Thema deshalb auch möglichst flach gehalten. Nicht darüber reden, nur kurz erwähnen. Es ist „Brauchtum“. Die Kinder fragen aber nach. Wenn erwähnt wird, dass es auch Mädchen betrifft, hauptsächlich in Afrika, dann ist die Entrüstung groß.

In DIE ZEIT vom 15.3.2018 beschreiben zwei Männer ihre Erlebnisse zu diesem Brauchtum, das immer noch als „Fest“ betitelt wird. SuS, die das lesen, sind entsetzt. Zu Recht! Es ist Zynismus, diese Körperverletzung derart zu benennen.

Von der Verfassung soll der Mensch geschützt werden. Es geht um körperliche Unversehrtheit.
Es geht um Menschenrechte. Haben Kinder keine Menschenrechte?
Steht Religion über den Menschenrechten? Nein!

tmd.

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