Selbstbestimmt leben heißt auch selbstbestimmt sterben.

„Wir wollen nicht, dass sich ein verzweifelter Todkranker aus dem Fenster stürzen muss.“ Peter Hinze (CDU/CSU), verstorben
„Unsere Gesellschaft betont individuelle Verantwortung. Warum sollte das beim Sterben aufhören?“ Dr. Petra Sitte (Die Linke)

Der Deutsche Bundestag hat im Juli 2016 über eine Regelung der Sterbehilfe debattiert. Die unterschiedlichen Meinungen liefen quer durch alle Parteien. Die Entscheidung gegen ein selbstbestimmtes Sterben, die im selben Jahr vom Bundestag gefasst wurde, kann also nicht einer Partei angerechnet werden. Die Diskussion war komplex.

Hospital Zimmer
In der Klinik – Quelle: Parentingupstream, Pixabay

Ich will hier nur zwei Punkte herausgreifen, weil sie im Zusammenhang mit den Lehrplanvorschlägen in Bayerns Gymnasien stehen. Es geht um das Verhältnis von Arzt und Patient (das amerikanische Modell) und um die Lösung medizinethischer Probleme (wird in den Lehrbüchern als Situationsanalyse, Analyse der Lösungsmöglichkeiten und der Zielanalyse beschrieben). Die Vertreter von „keine Sonderrechte für Ärzte“ haben sich durchgesetzt. Das heißt aber auch, dass der Hilfesuchende sich grundsätzlich nicht mehr an einen Arzt wenden kann, wenn er, der Patient, noch bei Bewusstsein ist und Verantwortung übernehmen kann.

Für die Ärzte ist es ein Weg in die Rechtssicherheit, aber auch Bedeutungslosigkeit. Der Arzt ist nicht mehr Ansprechpartner des Leidenden. Bei der Situationsanalyse ist ebenfalls kein Fortschritt zu sehen. Todkranke Menschen werden in Kliniken unsinniger Weise zu Tode behandelt. Das schreiben zwei Redakteure der ZEIT in der Ausgabe 4 von 2017. Für die Kliniken ist das ein Geschäft! Sie verdienen damit Geld.
Im einem Ethik-Lehrbuch heißt es zur Analyse der Situation, dass man immer eine Wertung vornehmen müsse, … welche Bedürfnisse Vorrang haben.

Im genannten Beispiel (DIE ZEIT) sind es garantiert nicht die Bedürfnisse des Patienten und auch nicht die der Angehörigen und Freunde, die das Dahinsiechen des Kranken miterleben müssen. Es sind nur wirtschaftliche Interessen, die zählen.

tmd.

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