Sigmund Freud als Religionskritiker

Religion, Kreuz
Religion – Opium fürs Volk? – Quelle: MasterTux, Pixabay

Grundlage für das Verständnis von Freuds Religionskritik ist das Modell von ICH – ES – ÜBER-ICH.
Im Blog gibt es dazu die Beiträge:
Der Tyrann in uns – Das Gewissen bei Freud
Gewissen: eine kritische Auseinandersetzung

Religion erfüllt bei Freud für den nicht aufgeklärten Menschen drei wichtige Aufgaben.

  • Sie erklärt ihm seine Herkunft und die Entstehung der Welt.
  • Sie gibt ihm in der komplexen, unübersichtlichen Welt Halt und Orientierung.
  • Sie gibt Regeln und Normen für das moralische Handeln.

Religiöse Orientierung und Sinngebung sind vergleichbar mit einem Beruhigungsmittel. Ohne dieses Beruhigungsmittel meint der Mensch, an der Sinnlosigkeit des Lebens zu zerbrechen. Freud diagnostiziert Religion wie eine Zwangsneurose. Es ist eine Zwangshandlung, die den Blick auf die Realität vernebelt und den Menschen auf dem Entwicklungsstand eines Kleinkindes belässt.

Hier liegt allerdings ein kleiner systematischer Stolperstein. Religion ist einerseits Teil der Erziehung und Sozialisation und demnach im ÜBER-ICH angesiedelt. Es ist aber auch eine Zwangshandlung des ICH, das die Verletztheit des ES beruhigen soll.
Betrachtet man also Religion wie eine Zwangskrankheit, dann muss man von Religion geheilt werden.

tmd.

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