Stichwort: Determinimus

Denken
Ursache & Wirkung – Quelle: geralt, Pixabay

Determinismus ist eine Lehre. Die Aussage dieser Lehre ist, dass es keine Wirkung ohne eine Ursache gibt. Moralisch ist das von Bedeutung, weil es nach Meinung der Deterministen keinen freien Willen gibt. Der Wille ist abhängig von irgendwelchen Ursachen. Das können zum Beispiel physikalisch-chemische Prozesse im Gehirn sein. Diese Gründe liegen zeitlich vor dem (moralischen) Handeln.

Diejenigen Philosophen, die den Willen als frei bezeichnen, behaupten das Gegenteil. Sie sagen, dass der Wille des Menschen unabhängig ist von irgendwelchen Beweggründen. Sie müssen dann aber nachweisen, wo sich der Wille befindet und wie es möglich ist, dass er voraussetzungslos funktioniert.

Die Deterministen haben dagegen das Problem, die Kausalketten des Handelns sinnvoll zu verknüpfen. Eine Handlung hat schließlich irgendeine Ursache. Diese Ursache ist aber die Wirkung einer wiederum vorausgenden Ursache. Dieses rein erkenntnistheoretische Problem hat erhebliche Folgen für das moralische Handeln.

Gibt es einen freien Willen, dann gibt es die volle Verantwortung für das Handeln. Ist der Wille abhängig – in welcher Form auch immer – , dann ist der Handelnde auch nur beschränkt verantwortlich für sein Handeln.
Beides hat Einfluss auf die juristische Praxis, die Sozialgesetzgebung, die Sozialpolitik, Medizin und die Sozialpsychologie. Abweichendes Verhalten kann durch die deterministische Betrachtungsweise als Krankheit eingeordnet werden. Bezieht man einen Standpunkt, der den freien Willen betont, dann kann abweichendes Verhalten auch als kriminelle Handlung bezeichnet werden.

tmd.

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