Stichwort: Theodizee

Die Beschäftigung mit den Religionskritikern, die an bayerischen Gymnasien behandelt werden, wird erleichtert durch Vorwissen über die Theodizee. Theodizee ist der Versuch, die Existenz Gottes zu beweisen. Die Diskussion führte letztlich zu der Erkenntnis, dass Gott nicht unmittelbar wahrnehmbar ist. Wir können Gott über seine Schöpfung nur mittelbar erkennen, aber ein direkter Zugriff auf Gott ist nicht möglich. Die Folge ist, dass wir eigentlich keine Vorstellung von Gott haben können. Gott ist absolut transzendent. Transzendent ist das, was Menschen nicht wahrnehmen können. Menschen nehmen aber an, dass hinter manchen Wahrnehmungen etwas existieren muss, sonst gäbe es diese Wahrnehmungen nicht.

Oh mein Gott
OMG; nicht nur ein Wortspiel – Quelle: Wokandapix, Pixabay

Jetzt zur Theodizee: Es geht um die Antwort auf die Frage, warum es das Böse in der Welt gibt, warum es Leid, Elend, Katastrophen usw. gibt und warum Gott das zulässt. Von Gott wiederum wird gesagt, dass über ihn bestimmte Aussagen gemacht werden. Gott ist allmächtig, Gott ist all-gütig und Gott ist allwissend. Nun werden Fragen und Aussagen gegeneinander ausgespielt.

Wenn Gott allmächtig ist, dann kann er das Böse in der Welt verhindern. Will er das nicht, dann ist er nicht all-gütig. Dann ist er nicht Gott. Kann er das nicht, dann ist er nicht allmächtig. Dann ist er wieder nicht Gott. Eine Lösung gibt es nur, wenn man Gott in Kategorien denkt, die sich unserer Vernunft entziehen. Das kann so weit gehen, dass wir sagen, es gibt zwar einen Gott, aber er kümmert sich nicht um uns. Offenbarung und Schöpfungsgeschichte werden damit zu einer von Menschen gemachten Deutung eines Gottes, von dem man annimmt, dass es ihn gibt, über den man jedoch nichts Verlässliches mehr aussagen kann.

Damit ist die Diskussion, ob es Gott gibt oder nicht, eigentlich erledigt. Glaube und Religion werden zur kulturellen Leistung der Menschen. Diese Kulturleistung muss ihre Brauchbarkeit im Alltagsleben beweisen. Hier setzen die Religionskritiker Feuerbach, Marx und Nietzsche an. Als Naturwissenschaftler wird hierzu Sigmund Freud befragt. Sie untersuchen die negativen Effekte von Religion und Glaube in der Gesellschaft. Die Religionskritiker werden in jeweils eigenen Beiträgen behandelt.

tmd.

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