Stichwort: Vernunft

Vernunft wird als Begriff erst in der Oberstufe näher untersucht. Vorher wird Vernunft etwas unscharf als die Fähigkeit beschrieben,

  • Wahrnehmung und Erfahrung zu kontrollieren und sich dessen bewusst zu sein und
  • Gesetze (Normen, Moral) herzustellen, nach denen Menschen ihr Verhalten selbst steuern.

Bei den Vertragstheoretikern Thomas Hobbes, Jean-Jacques Rousseau und Immanuel Kant hat die Vernunft genau diese Aufgabe, Normen für das Zusammenleben der Bürger zu ermitteln.

Photo im Spiegel
Selbstreferenz – Quelle: StockSnap, Pixabay

Immanuel Kant ist nun derjenige, der näher untersuchte, wie die Vernunft bei der Herstellung von Moral kontrolliert werden kann. Er stellt dabei zwei Maximalforderungen auf.

  • Der Mensch, der sich selbst die Gesetze gibt, ist immer Zweck, nie das Mittel. Einfach gesagt: Die Moral ist für die Menschen gemacht, nicht etwa der Mensch für (die Befolgung) der moralischen Normen.
  • Die Gesetze, die sich der Mensch macht, müssen einem Gedankenexperiment unterzogen werden. Es muss gefragt werden, ob sich die Gesetze als allgemeine Gesetze verwenden lassen. Verständlicher ist es, wenn man prüft, ob sich die Gesetze nicht selbst widersprechen. Wenn es also ein Gesetzt gibt, dass fordert, Schulden zurückzuzahlen, dann darf es gleichzeitig kein Gesetz geben, dass sagt, dass es in bestimmten Fällen erlaubt sei, die Schulden nicht zurückzuzahlen.

Hier noch die viel zitierte Formel, die man auswendig lernen kann: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“
Zur Kritik an Kant, siehe auch die „Anmerkungen: der Kategorische Imperativ“ (Teil 1 bis 3) in diesem Blog.

tmd.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*