Anmerkung zum Thema Freiheit

Freiheit – Quelle: judithscharnowski, Pixabay

Mein Wunsch, das zu tun, was ich will, findet seine Grenzen in dem Recht der anderen Menschen, die das ebenfalls anstreben. Freiheit ist also nicht grenzenlos. Freiheit erfordert also eine Grenzziehung zwischen meinem Wunsch nach möglichst umfassender Freiheit und dem ebenfalls umfassenden Wunsch der anderen Menschen.
Diese Grenzen sind Gesetze, Normen, Werte usw.

Dennoch darf ich fragen, warum ich diese Gesetze eigentlich einhalten soll? Ich könnte doch auch versuchen, die Grenzen zu meinen Gunsten zu verschieben.
Dem ist nicht viel entgegenzusetzen. Ich könnte nur noch einwenden, dass dann das Zusammenleben der Menschen nicht gerade einfacher wird. Aber solange ich der Stärkere bin – was soll mich davon abhalten, meine Freiheit auf Kosten der anderen Menschen auszuleben?

Es gibt nur einen Grund. Ich gehe davon aus, dass alle Menschen die gleichen Rechte haben und diese Rechte geschützt werden müssen. Unter dieser Voraussetzung muss ich dann dafür sorgen, dass alle Menschen die größtmögliche Freiheit haben können.
Ich muss also mein Handeln genau an dieser Regel orientieren. Ich bin also wieder auf Moral angewiesen.

Was tun, wenn sich jemand nicht daran hält?
Er muss die Verantwortung für sein Handeln übernehmen. Verantwortung ist die Regulation der Freiheit. Wer die Verantwortung für das Recht aller Menschen auf Entfaltung ihrer Freiheit verletzt, der muss mit Konsequenzen rechnen. Er verliert seinen Anspruch auf Freiheit.

tmd.

Freiheit und Verantwortung

Mann in Landschaft
Freiheit und Verantwortung – Quelle: 27707, Pixabay

Was das Gewissen ist, das wissen wir. Wir meinen es wenigstens. Jemand hat ein schlechtes Gewissen. Jemand ist gewissenlos. Es gibt die Gewissensfreiheit. Und es gibt auch das gute Gewissen.
Fragt man genauer nach, dann stellt sich heraus: Ja! Da gibt es etwas. Breite Zustimmung. Jeder kann etwas zum Thema beitragen.
Fragen wir bei Philosophen und Psychologen nach, bekommen wir recht gute Antworten. Das, was sich bei uns regelmäßig meldet, wenn es etwas zu entscheiden oder zu beurteilen gibt – also „tu das nicht“ oder „da hast du was falsch gemacht – diese innere Meldung ist entweder eine Folge der Erziehung oder ein Produkt unserer Vernunft. Es ist entweder antrainiertes Verhalten oder Freiheit des Handelns mit integrierter Übernahme von Verantwortung für unser Handeln.

Ein autonomes Gewissen gibt es nicht zum Nulltarif

Von Sigmund Freud kennen wir das Modell: ÜBER-ICH – ICH – UNTERBEWUSSTSEIN. Im ÜBER-ICH sitzt die Erziehung unserer Eltern und macht uns Vorschriften. Das ÜBER-ICH ist unser Gewissen, es ist das Modell Gewissen, das fremdgesetzlich ist. Man nennt es heteronom. Aus dieser Abhängigkeit kommt man nur heraus, wenn man diese Abhängigkeit durchschaut. Wenn das funktioniert, hat man ein Gewissen, das frei, nach selbst gesetzten Regeln funktioniert.
Doch dieses autonome Gewissen bekomme ich nicht zum Nulltarif. Das Gewissen ist zwar frei von den Gängelungen der Umwelt, aber es funktioniert nicht ohne unser Zutun. Wir müssen es ständig pflegen. Und das heißt: Wir bewerten, was wir getan haben – evaluativ nennt man das – und wir machen uns selbst Vorschriften – präskriptiv nennt man das.

Freiheit ist immer an Verantwortung gekoppelt

Reicht das? Nein! Woran orientiere ich mich denn nun, wenn ich das Gewissen selbst als Kontrolleur einsetze? Welches sind die richtigen Regeln, was ist moralisch also angesagt?
Das ist nun eigentlich unsere eigene Sache. Wir machen die Regeln, an denen wir uns orientieren, selbst. Wir brauchen also einen Mechanismus, der uns hilft, das eigene Handeln in Freiheit irgendwie zu kontrollieren. Verantwortung heißt das Zauberwort.
Freiheit gibt es nur im Paket mit der Verantwortung. Ich muss also meine Handlungen immer selbst verantworten. Da hilft es auch nur bedingt, in den Büchern der großen Religionen nachzuschauen oder den Arzt oder Apotheker zu fragen. Denn: Wir können uns nicht auf jemanden berufen. Das ist nur billiger Gewissensmissbrauch.

Vernunft einschalten, wenn es um Moral geht

Was also tun, um Gewissenstäter – also Terroristen – zu beurteilen?
Es gibt immer noch die Vernunft. Dieses Werkzeug der Philosophie gilt es in Stellung zu bringen. Also tun wir es!

tmd.

Moralische Geisterfahrer

nicht mehrheitsfähige Kollektivnorm – Quelle: matamoros, Pixabay

Das Gewissen als moralische Instanz muss Widersprüche ertragen können. Der Mensch lebt nicht in einer Welt, die eine Kopie seiner moralischen Innenwelt darstellt. Es sind die widersprechenden Normen unserer sozialen Umwelt, die das Gewissen auf den Plan rufen. Erst dann, wenn diese Widersprüche in Widerstand gegen die herrschenden Normen umgemünzt werden, dann, erst dann ist nach Meinung einiger Philosophen der Zustand erreicht, mit dem wir zufrieden sein können.

Doch hier ist Vorsicht angesagt. Was ist, wenn das Gewissen von nicht mehrheitsfähigen Kollektivnormen geleitet ist und diese Normen universell gemacht werden sollen? Fundamentalisten sind gemeint!

Der moralische Geisterfahrer wähnt sich meist im Recht.

Das Sturmgeschütz Vernunft ist hier in Stellung zu bringen. Nutzen wir es. Denn wer die Freiheit des Gewissens fordert, der muss für das Handeln in Freiheit Verantwortung übernehmen. Verantwortung lässt sich aber nicht am autonomen Gewissen vorbei übertragen – weder an einen weltlichen Führer noch an Gott.

tmd.

Autonomie – Verantwortung – Freiheit

Freiheit und Verantwortung – Quelle: Free-Photos, Pixabay

Das Gewissen als moralische Instanz ist autonom gegenüber Einflüssen aus der sozialen Umwelt. Der Mensch ist dabei verantwortlich für sein Handeln und muss sich an die Weisungen des Gewissens halten. Er kann sich aber andererseits auf das Gewissen berufen. Das gibt dem Menschen die Möglichkeit und Freiheit, anders zu handeln als es die soziale Umwelt verlangt.
Aus dem Gedanken der Autonomie des Gewissens folgt also, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen, aber auch die Freiheit einzufordern, gemäß dem Gewissen zu handeln.
Die Gewissensfreiheit ist im Grundgesetz geschützt durch den Artikel 4.
Wir behandeln also das Gewissen verfassungsrechtlich als moralische Instanz.

Diese Gewissensfreiheit hat allerdings auch ihren Preis. Ich muss die Anwendung der Autonomie pflegen. Wenn ich das nicht mache, dann kann ich mich auch nicht auf die Autonomie berufen. Diese Art der Gewissenspflege funktioniert folgendermaßen: Ich kann zurückblicken auf vergangene Handlungen (präskriptiv) und vorausblicken auf geplante Handlungen (evaluativ).
(Achtung: in einem Lehrbuch wird der Begriff präskriptiv vom Fehlerteufel niedergemacht und übrig bleibt das Wort deskriptiv.)
Die präskriptive und evaluative Funktion dient also der Vergangenheits- und Zukunftsbewältigung.

tmd.

Merkzettel: Psychologische Deutung des Gewissens bei Freud

Wie ein Virenscanner sitzt das Über-ICH im Arbeitsspeicher des Bewusstseins und kontrolliert die Wünsche des Unterbewusstseins.

Scan im Bewusstsein – Quelle: gagnonm1993, Pixabay

Sigmund Freud beschreibt das Gewissen als heteronomen (fremdbestimmten) Teil des Bewusstseins. Das Gewissen ist dabei abhängig von Erziehung und sozialer Umwelt.
Dem Analytiker Freud geht es nicht um die nähere Bestimmung eines psychischen Apparates, der für die Unterscheidung von Gut und Böse zuständig ist. Freud will Krankheiten, insbesondere Neurosen, behandeln und heilen. Diese Krankheiten sind das Ergebnis von Schuldgefühlen/Schuldbewusstsein und Strafbedürfnis. Die Spannung von Schuld und Strafe muss aufgelöst werden. Freuds Vermutung: Neurosen sind Spannungslöser.
Das Modell des Gewissens von Freud ist einfach im Aufbau: Unterbewusstsein – ICH – Über-ICH. Das ICH ist die handelnde Person. Sie steht in ständiger Auseinandersetzung mit dem Unterbewusstsein und dem Über-ICH. Das Unterbewusstsein beherbergt die Wünsche des Menschen nach Lustbefriedigung. Das Über-ICH ist der Ort der anerzogenen Moralvorstellungen. Das ICH steht dazwischen und muss in seiner Umwelt handeln – gegen oder mit dem einen oder anderen Teil des Bewusstseins.
Das Über-ICH wacht über die Einhaltung der moralischen Vorstellungen. Es ist zunächst nur das Abziehbild der elterlichen Erziehung. Es löst sich jedoch von der sozialen Erziehungssituation und führt ein Eigenleben im Bewusstsein des Kindes. Das Kind fühlt sich auch dann von den Eltern beobachtet, wenn diese das amoralische Verhalten nicht bemerken – und zwar von dem Über-ICH.
Das Über-ICH sitzt wie eine App im Arbeitsspeicher des Bewusstseins und kontrolliert die Wünsche des Unterbewusstseins wie ein Virenscanner.
Das Kind fühlt sich also schon mit den Wünschen im Unterbewusstsein ertappt und hat ein schlechtes Gewissen, hat Schuldgefühle. Diese Spannung aus Schuldgefühl und Strafbedürfnis (damit wieder alles in Ordnung ist) will das Kind/der Jugendliche beenden durch Spannungsauflösung. Selbstbestrafung ist hier die Lösung.
Genau das sind die Neurosen, die Freud behandeln will.

tmd.

Stichwort: Gewissen – Grundmodell

Entscheidung – Quelle: 3dman_eu, Pixabay

Intuitiv, also ohne eigenes Zutun, erlebt sich der Mensch oft „im Widerspruch“ zu sich selbst. D.h.: Man will seinen Interessen folgen – erfolgreich, glücklich und reich sein. Aber damit verhält man sich oft nicht als „Gutmensch“.
Die Rollen sind also schnell verteilt: Dem Eigeninteresse zu folgen, ist schlecht, dem gefühlten „idealen“ Handeln zu folgen, ist richtig.

Wer das Richtige tut, der folgt dem Gewissen und handelt verantwortungsvoll.

Erkenntnistheoretisch bleibt dabei unklar:
Entstehung, Form und Funktion des Gewissens.
Welche Rolle spielt der freie Wille?
Kann sich das Gewissen irren?
Kann man dem Gewissen folgen und keine Verantwortung übernehmen?

tmd.

Wahrheit und Wille

Veritas semper major. Die Wahrheit ist immer größer (als alles andere). Dieser Satz im Ethik-Buch der 8. Klassen in Bayern irritiert den Morallehrer mehr als seine Schüler. Die lernen ihn brav auswendig. Es passt schließlich, zu sagen, dass die Philosophie immer nach Wahrheit strebt.

Wahres Wissen – was ist das? – Quelle johnhain, Pixabay

Und was dann? Was mache ich mit der Wahrheit?
Aus der angewandten Psychologie wissen wir, dass Menschen auch gegen ihren Willen dazu gebracht werden können, etwas zu tun, was sie eigentlich nicht wollten. In der Alltagssprache nennt man das Gehirnwäsche. Das ist eine betrübliche Wahrheit. Man kann diese Erkenntnis umsetzen und fremde Menschen so manipulieren, dass diese nicht mehr Herr im eigenen Haus (Bewusstsein) sind. Man kann die Erkenntnis aber auch nutzen, um Aufklärung zu betreiben. Beispielsweise kann man erzählen, dass Sekten solche Methoden (wahren Erkenntnisse) einsetzen, um verunsicherte, labile Menschen zu rekrutieren.

Es geht also um die Anwendung von wahrem Wissen. Es geht darum, Gutes zu tun. Es reicht also nicht aus, nur zu ermitteln, was die Wahrheit ist. Ich muss sie auch nutzen zum Vorteil des Menschen. Ich muss sie einsetzen, um die Menschen gut zu machen. Das ist aber eine wirklich schwere Aufgabe. Kann der Ethik-Unterricht das leisten?

tmd.

Stichwort: Determinimus

Denken
Ursache & Wirkung – Quelle: geralt, Pixabay

Determinismus ist eine Lehre. Die Aussage dieser Lehre ist, dass es keine Wirkung ohne eine Ursache gibt. Moralisch ist das von Bedeutung, weil es nach Meinung der Deterministen keinen freien Willen gibt. Der Wille ist abhängig von irgendwelchen Ursachen. Das können zum Beispiel physikalisch-chemische Prozesse im Gehirn sein. Diese Gründe liegen zeitlich vor dem (moralischen) Handeln.

Diejenigen Philosophen, die den Willen als frei bezeichnen, behaupten das Gegenteil. Sie sagen, dass der Wille des Menschen unabhängig ist von irgendwelchen Beweggründen. Sie müssen dann aber nachweisen, wo sich der Wille befindet und wie es möglich ist, dass er voraussetzungslos funktioniert.

Die Deterministen haben dagegen das Problem, die Kausalketten des Handelns sinnvoll zu verknüpfen. Eine Handlung hat schließlich irgendeine Ursache. Diese Ursache ist aber die Wirkung einer wiederum vorausgenden Ursache. Dieses rein erkenntnistheoretische Problem hat erhebliche Folgen für das moralische Handeln.

Gibt es einen freien Willen, dann gibt es die volle Verantwortung für das Handeln. Ist der Wille abhängig – in welcher Form auch immer – , dann ist der Handelnde auch nur beschränkt verantwortlich für sein Handeln.
Beides hat Einfluss auf die juristische Praxis, die Sozialgesetzgebung, die Sozialpolitik, Medizin und die Sozialpsychologie. Abweichendes Verhalten kann durch die deterministische Betrachtungsweise als Krankheit eingeordnet werden. Bezieht man einen Standpunkt, der den freien Willen betont, dann kann abweichendes Verhalten auch als kriminelle Handlung bezeichnet werden.

tmd.

Der freie Wille als Manager

Freier Wille? – Quelle: ptra, Pixabay

Wenn es um den freien Willen geht, wird immer auch der amerikanische Neurowissenschaftler Benjamin Libet genannt, verkürzt zitiert und zu Unrecht in die Ecke der Deterministen gestellt.

Erzählt wird dann, dass eine Handlung im Gehirn unbewusst entsteht, vorhanden ist und erst 400 ms später im Bewusstsein als Handlung realisiert wird. Die Deterministen jubeln, ist doch die Handlung entstanden, bevor sie bemerkt wurde.

Das kann man so nicht stehen lassen, insbesondere weil man mit diesem Wissen bei Prüfungen keine Aussicht auf Erfolg hat. Denn dort werden Texte vorgelegt, die Kenntnis voraussetzen darüber, was Libet wirklich herausgefunden hat. Handlungen entstehen sehr wohl im Gehirn und werden erst später – das sind die 400 ms – im Bewusstsein als solche realisiert. Aber diese Handlungen marschieren nicht ungehindert durch unseren psychischen Apparat. Sie können nämlich auch blockiert werden. Die Handlung wird nicht ausgeführt.

Der freie Wille ist also nicht der Produzent, sondern der Manager der vielen möglichen Handlungen, die im Gehirn entstehen. Der freie Wille ist Reflexion und Reduktion der komplexen Aktionen in unserem Gehirn.

Kultur und insbesondere Moral bekommen so einen vollkommen neuen Stellenwert. Moral entsteht nicht in einem transzendenten 3-D-Drucker. Moral ist die aktive Konstruktionsarbeit unserer kommunikativen Verhältnisse.

Braucht es in dieser Theorie des freien Willens die Verantwortung? In gewisser Hinsicht schon, wenn man bedenkt, dass Verantwortung selbst ein Teil dieser Konstruktionsarbeit ist.

tmd.

Wer trägt die Verantwortung

„Ich bremse auch für Tiere.“ Das war so ein Spruch, der am Heck eines Autos eine Zeit lang eine klare Botschaft von Tierfreunden war. Normalerweise ist derjenige, der in solch einem Fall auffährt, der Schuldige. Doch es gibt hier Ausnahmen. Der Vorausfahrende darf nicht ohne zwingenden Grund bremsen. So steht es in §4 der Staßenverkehrsordnung.

Bevor sich der geneigte Leser wundert, was dieses für Juristen sicher spannende Thema im Moral-Blog zu suchen hat: es geht hier um schnelles Handeln (Bremsen oder nicht) wobei immer irgend ein Schaden dabei entsteht. Also eine klassische Dilemma-Situation.

Soll man das Eichhörnchen, das die Straße überquert retten und dabei einen Auffahrunfall riskieren? Bisher war das im Schadensfall eine Sache der Verkehrsteilnehmer. Bisher war es eine Angelegenheit der Anwälte und Gerichte. Jetzt kommt jedoch der neue Freund des Menschen hinzu: der Roboter, der Computer, der einem das Fahren abnimmt, sagen die „Ethikräte“ (die obersten Moralwächter).

Zahlencodes, Frauengesicht
Künstliche Intelligenz – Quelle: geralt, Pixabay

Er, der Roboter muss jetzt in Sekundenbruchteilen entscheiden, was zu tun ist. Gut, das genau kann dieser Fahrer ganz besonders gut. Wer schon mal Freecell auf einem Computer gespielt hat, der kann dem Rechner regelrecht zuschauen, wie er entscheidet. Innerhalb weniger als einer Sekunde kommt die Meldung: this game is no more winnable oder unable to determinate, if this game is lost – und das manchmal nach wenigen Spielzügen. Rechner können aber noch mehr. Unterschiedliche Entscheidungswege werden durchgerechnet und bewertet.

Und jetzt sind wir genau bei dem Thema, das die Ethikräte derzeit aufregt.

Wer trägt die Verantwortung

Welche Rechenroutinen soll der Computer durchführen, wenn er realisiert, dass es zu einem Auffahrunfall kommen wird? Welche Entscheidungsmuster soll er wählen? Hat der menschliche Passivfahrer die Möglichkeit hier Einfluss zu nehmen? Es ist schon sonderbar, sobald die Technik dem Menschen Arbeit abnimmt, meint der Homo Sapiens, dass er seinen zweiten Namensteil bei der Garderobe abgeben darf. Auch der Einsatz von vollkommen automatisch fahrenden Systemen entlässt den Menschen nicht aus der Verantwortung. Die Selbstfahrsysteme werden aller Voraussicht nach Sicherheitshinweise tragen, die im Grunde jegliche Haftung des Herstellers im Schadensfall ausschließen.

Wer bei einem Unfall mit automatisch fahrenden Systemen zu Tode kommt, dem nutzen diese Überlegungen wenig. Wer die Systeme nutzten wird, der sollte wissen, was er macht.

tmd.