Trivialisierung des Moralunterrichts

Ohne Erkenntnistheorie ist jeder Moralunterricht beliebig und gerät zur Ansammlung von Aphorismen und Deutungen philosophischer, soziologischer und psychologischer Fragen. Erkenntnistheorie heißt, sich mit der Leistungsfähigkeit menschlicher Erkenntniskraft auseinanderzusetzen. Gelegenheit dazu bietet sich bei den Themen Freiheit und Verantwortung sowie Vernunft und freier Wille.

Freiheit und Verantwortung sind aneinander gekoppelt durch Normen und Werte, wobei die Normen von einem autonomen Bewusstsein hergestellt werden. Vernunft und freier Wille sind gekoppelt durch die Einsicht, dass nur ein freier Wille ein guter sein kann (aber nicht muss), aber ohne Einsatz der Vernunft moralisch bedeutungslos bleibt.

einfach
Vereinfachung – Quelle: counselling, Pixabay

Diese sehr komprimierte Darstellung des Zugangs zur Erkenntnistheorie überfordert jeden Anfänger im moralischen Diskurs. Deshalb müssen die komplexen Inhalte von Ethik trivialisiert werden, vereinfacht werden.

Die Beschäftigung mit den Vertragstheoretikern Thomas Hobbes, Jean-Jacques Rousseau und Immanuel Kant sind Beispiel dafür. Schwerpunkt sind dabei der Vergleich von Naturzustand und Regierungsbildung bei den Theoretikern. Aber bereits bei J.J.R. wird klar, dass die Vernunft – allein auf sich gestellt und unkontrolliert – ein unauflösbares Spannungsverhältnis von Freiheit und Gleichheit hervorbringt.

Erst Kant zieht die Konsequenzen aus den Grenzen der Erkenntniskraft der Vernunft.
Das sind jedoch die Inhalte, die nicht behandelt, nicht diskutiert werden. Begründung: zu komplex – deshalb vereinfachen, trivialisieren.

Die SuS durchschauen diese Trivialisierung, reagieren aber nicht mit Nachfragen. Die derart trivialisierten Lehrinhalte sind nämlich abfragbar. Mit diesem Wissen können Noten gemacht werden. Die erkenntnistheoretischen Schlussfolgerungen jedoch münden in die Erkenntnis (wenn sie denn erfolgt), dass unsere Moral auf einem sehr dünnem Fundament steht. Oder, wie es die Soziologen Peter Berger und Thomas Luckmann beschrieben haben: Man versucht einen Bus anzuschieben, in dem man gleichzeitig sitzt.

tmd.

Zwischen Individualität und Anpassung

Der moralische Aspekt des selbstbestimmten Leben ist einfach zu ermitteln. Es geht um die Normen und Werte, denen jemand folgen will. Im besten Fall sind diese Normen geeignet, das Zusammenleben der Menschen konfliktfrei zu gestalten.

Der sozial-psychologische Aspekt der Selbstbestimmung öffnet jedoch ein weites Feld. Individuell will jeder sein, aber dennoch auch dazugehören, also den anderen ähnlich sein. Gut wäre es, wenn es bei dem Hin und Her zwischen Individualität und Anpassung so etwas wie einen Mittelwert gäbe, der genau das ist, was beides bestens bedient. Das ist aber nicht so. Anpassung wird ausgelebt. Das ist Anpassung in Mode, Musik usw.

drei Frauen am Meer
Individuell bleiben – Quelle: Pexels, Pixabay

Freiheit ist das nur auf den ersten Blick. Es ist nur Freiheit unter der Bedingung der Gleichheit. Wir gewöhnen uns also immer mehr an eine Gleichheits-Freiheit: Freiheit als prêt-à-porter.
Erstaunlicherweise merken wir nur am Rande, dass sich die angebotene Freiheit von der Stange mit Regelmäßigkeit ändert. Ebenso interessant ist es, dass z.B. die Modezyklen ungebrochen weitergehen, aber gleichzeitig auch Moden konserviert werden.

Man kann einem Milieu angehören, dass nicht mehr aktuell ist, Kulturnischen bleiben bestehen, auch wenn die ursprüngliche Alterskohorte längs ausgestorben ist. Die Mode- und Kulturnischen stehen wie fahrende Händler inmitten der Gesellschaft und laden zur Einkehr ein.
Es ist ein Zeichen von Kompetenz, das möglichst bald zu durchschauen. Denn erst dann hat man so richtig Freude daran, frei das zu wählen, was andere auch wollen.

tmd.

Freiheit ohne Verantwortung

Jugendliche haben eine sehr klare Vorstellung von Gerechtigkeit. Da fehlt „politisch korrektes“ Reden.
Selbstbestimmt leben ist erstrebenswert und setzt Freiheit und Verantwortung voraus. Freiheit, das zu tun, was man will und Verantwortung, die man übernimmt für das eigene Handeln. Damit verantwortete Freiheit nicht in Willkür ausartet, muss man seine Vernunft einsetzen.

Mann, Betteln
Betteln für Drogen – Quelle: MichaelGaida, Pixabay

Grenzenlose Freiheit ohne Übernahme von Verantwortung wäre beispielsweise: Nicht arbeiten wollen, aber dennoch die Hilfe und Unterstützung der Gesellschaft in Anspruch nehmen. Die Vernunft sagt mir, dass das nicht in Ordnung ist. Dennoch leben wir in einer Gesellschaft, in der genau das geschieht.
Jugendliche legen vernünftige, aber harte Maßstäbe an. Sie kritisieren, dass es Menschen gibt, die ihre Freiheit grenzenlos ausleben wollen, aber nichts dafür leisten wollen.

tmd.

Freiheit und Versuchung

Sünde ist unmoralisches Verhalten bei Gläubigen. Verantwortlich dafür ist der Teufel, der den Menschen vom rechten Weg abbringen will. Die Menschen wiederum sind frei in ihrer Entscheidung, eine Sünde zu begehen oder nicht.

Engel
himmlische Versuchung – Quelle: 5arah, Pixabay

Papst Franziskus hat mit einem kleinen Interview eine Diskussion angestoßen. Es geht um die Übersetzung des Vaterunser (ein Gebet). Darin bitten die Gläubigen Gott, dass er sie nicht „in Versuchung“ führt. Es kann nicht sein, dass Gott den Menschen in Versuchung führt, meinte Franziscus. Denn das ist Sache des Teufels.

Das Problem, das damit angesprochen wird, finden wir in der Theodizee wieder. Gott ist allgütig, heißt es dort. Wenn er aber die Menschen in Versuchung führt, dann ist er nicht mehr allgütig.
Von einem deutschen Kardinal, Walter Kasper, gibt es hierzu eine Deutung, die ich kürzlich in DIE ZEIT (Nr. 52, 2017), gelesen habe. Er meinte: „Gott aber will unsere Freiheit und begrenzt seine Allmacht durch unsere Freiheit.“ Nebenbei wird damit auch die Allmacht Gottes hinfällig.
Wir müssen uns also von dem Gottesbild verabschieden, dass Gott mit menschlichen Wunsch-Eigenschaften (Allmacht, Allgüte, Allwissenheit) beschreibt.

Bleibt noch zu klären, welchen Stellenwert nun die Freiheit des Menschen hat. Wenn Gott die Freiheit des Menschen will, dann gibt er ihm auch die Freiheit zur Sünde. Ist das nicht Versuchung pur?

tmd.

Anmerkungen zur Vernunft

Kameratechnik
Vernunft nutzen – Quelle: geralt, Pixabay

Verantwortung gibt es nur in Freiheit. Freiheit ist deshalb für jemanden, der moralisch handeln will, nicht verzichtbar. Selbstbestimmtes Handeln, selbstbestimmte Sinnfindung und ein selbst tragendes moralisches Koordinatensystem (das autonome Gewissen) sind nur möglich mit und durch die Koppelung von Freiheit und Verantwortung.
Die Basis der selbst tragenden Koppelung von Freiheit und Verantwortung kann nicht Moral sein. Denn Moral, also die Normen und Werte, ist Menschenwerk. Wenn ich Moral allein zur Basis mache, dann wird daraus ein Dogma, das ich nicht mehr verändern kann. Dann wäre ich also nicht mehr frei. Auf Freiheit will ich aber nicht verzichten.
Reicht die Verantwortung, dass meine Freiheit nicht zur Willkür wird?
Nein!
Meine in Freiheit und in Verantwortung hergestellte Moral muss kontrolliert werden. Kontrollinstanz ist die Vernunft. Maßstab kann der kategorische Imperativ sein.
Grundsätzlich muss ich aber im Blick haben, dass Moral gesamtgesellschaftlich akzeptabel ist. Nicht mehrheitsfähige Kollektivmeinungen sind das nicht.
Terroristen und Vertreter von nihilistischen Weltanschauungen sind deshalb eine Gefahr für eine auf Freiheit und Verantwortung bauende Gesellschaft, weil sie den Kontrollfaktor Vernunft ausschalten.

tmd.

Kant und die Aufklärung: Wer traut sich, vernünftig zu sein?

Unter Aufklärung versteht Immanuel Kant, den eigenen Verstand ohne Anleitung von anderen zu nutzen. Den Grund dafür, dass die Bürger nicht selbst denken, sieht er in Feigheit und Faulheit. Abhilfe schaffen soll die Freiheit, öffentlich seine Meinung zu sagen. Hier sagt Kant, dass Aufklärung abhängig ist von der Freiheit, die Vernunft öffentlich zu gebrauchen.

die freie Meinung
die freie Meinung – Quelle: PaliGraficas, Pixabay

Kant verwendet hier die Begriffe Verstand und Vernunft, ohne näher zu unterscheiden, was er damit meint. Einen Fahrplan für die Umsetzung seiner Aufklärung gibt er nicht. Er richtet lediglich eine Forderung an den Monarchen, öffentliche Meinungsäußerungen zuzulassen.

Deshalb ist verständlich, dass Kant die Gesellschaft als noch nicht aufgeklärt bezeichnet. Eine Revolution schließt Kant als möglichen Weg aus, die Aufklärung voranzubringen.

Den einzig möglichen Weg sieht er in Kommunikation. Kommunikation zwischen Bürgern, die öffentlich ihre Meinung sagen können, das ist sein Vorschlag für den Weg in eine aufgeklärte Gesellschaft.

Wer traut sich, vernünftig zu sein?

In einer Gesellschaft, in der Meinungsfreiheit möglich ist, muss es aber dennoch irgendwann einmal einen Bürger geben, der seine Meinung öffentlich macht. Das ist aber in erster Linie der, der die Meinungsfreiheit durchgesetzt hat.
Hier äußert sich Kant vorsichtig. Die Möglichkeit, dass es zur freien Meinungsäußerung kommt, ist dann gegeben, wenn mehrere Bürger miteinander Kommunikation haben. Kant meint also, dass der Gebrauch von Vernunft durch Gesellschaft gefördert wird.
Das kann so sein, muss es aber nicht.

tmd.

Stichwort: Gemeinwille

Jean-Jacques Rousseau will die natürlichen Rechte des Menschen – Freiheit und Gleichheit – mittels Gesellschaftsvertrag sichern. Der Vertrag wird zwischen den Menschen eines Landes geschlossen und soll die einzig legitime Form von Herrschaft sein.

Fantasy, Märchenhaft
Freiheit oder Gleichheit – Quelle: kellepics, Pixabay

In diesen Vertrag treten die Menschen ein und geben dabei alle ihre persönlichen Rechte und Freiheiten auf. An Stelle dieser natürlichen Freiheiten erhalten sie rechtlich festgelegte Freiheiten. Jeder erhält die gleichen Freiheiten. Die Qualität der Freiheiten werden vor Vertragsbeginn von den Vertragsschließenden festgelegt. Niemand erhält also Freiheiten, die er nicht wollte und niemand erhält Freiheiten, die ein anderer nicht hat. Damit haben alle die gleiche rechtlich verbriefte Freiheit und sind somit gleiche Bürger.
J.J.R. meint damit, Freiheit und Gleichheit vom Naturzustand in den Staat gerettet zu haben. Das Spannungsverhältnis zwischen Freiheit und Gleichheit wird aber nicht gelöst. Man ist als Bürger immer zuerst ein „gleicher“ und dann erst ein „freier“ Bürger.
In der politischen Mitbestimmung und in der Regierung taucht der Begriff „Gemeinwille“ auf. Gesetze werden von den Bürgen gemacht unter dem Aspekt, dass diese ihre Freiheit sichern wollen. Nichts wird beschlossen, das den Freiheitsrechten des Bürgers entgegensteht. Die Gesetze, die von den Bürgern gemacht werden, werden eingehalten, weil sie von ihnen selbst gemacht wurden. Die Ausführung der Gesetze wird an eine Regierung übergeben, die sich an die Gesetze halten müssen. Sie haben keinerlei Interpretationsspielraum.

Sollte es bei Volksabstimmungen abweichende Meinungen geben – Minderheitsmeinungen – dann haben sich die Bürger, die in der Minderheit sind, geirrt. J.J.R. macht hier einen schweren Konstruktionsfehler, indem er annimmt, dass die Mehrheit immer Recht hat.
Seine Erklärung dafür, dass sich die Mehrheit nicht irrt, hat einen logischen Fehler. Er meint, dass der Gemeinwille das wiedergibt, was alle Bürger gemeinsam wollen. Das, was es an unterschiedlichen Sonderwillen noch gibt, das geht über den Gemeinwillen hinaus, es ist nur der Gesamtwille.
Ähnlich verfährt J.J.R. auch beim Eigentum. Niemand darf mehr besitzen als ein anderer. Eigentum wird so zum Volkseigentum.

tmd.

Freiheit und Gleichheit: Jean-Jacques Rousseau

J.J.R. will mit seinem Gesellschaftsvertrag eine politische Ordnung herstellen, in der Freiheit und Gleichheit gewährleistet sind.
Er beginnt damit, dass er grundsätzlich nach Legitimation von Herrschaft fragt. Zu seiner Zeit gab es drei Arten von Legitimation: Herrschaft von Gottes Gnaden, Naturrecht und ein Gesellschaftsvertrag.

Freiheit und Gleichheit
Freiheit – Quelle: StockSnap, Pixabay

Gesellschaftsvertrag meint: die Bürger eines Landes schließen einen Vertrag, in dem die Herrschaft geregelt ist.
Herrschaft von Gottes Gnaden erwähnt er in seinen Überlegungen nicht. Das Naturrecht würdigt er, indem er Freiheit und Gleichheit als naturgegebene Rechte eines jeden Menschen bestimmt. Aus diesen Naturrechten lässt sich aber keine Herrschaft ableiten.
Warum ist das so?
J.J.R. hat ein bestimmtes Menschenbild. Der Mensch ist ein Einzelgänger, der den anderen Menschen besser aus dem Wege geht. Er ist frei und unabhängig und will es bleiben. In diesem Naturzustand kann der Mensch aber nicht überleben. Er ist in der Natur nicht überlebensfähig. Alle anderen Lebewesen sind ihm eigentlich überlegen. Also muss er sich mit anderen Menschen zusammenschließen, um sich zu schützen gegen die übermächtige Natur. Dieser naturwüchsige Zusammenschluss funktioniert jedoch nur in der Familie. Dort sind die Herrschaftsverhältnisse angebracht. Sobald aber der Mensch alt genug und vernünftig ist, braucht es eine andere Herrschaftsform. Es braucht eine Herrschaftsform, in der Gleichheit und Freiheit des Menschen gewährleistet sind. Das ist der Gesellschaftsvertrag.
Überlässt man es dem Zufall, dann wird die Vergesellschaftung zu einem Gefängnis für die meisten Menschen. Sie leben in Unfreiheit und sind nicht mehr gleich, weil sich einige Menschen mehr Rechte nehmen und die anderen Menschen beherrschen.
Nachdem J.J.R. diese Überlegungen abgeschlossen hat, geht es darum, einen Vertragsentwurf für einen Gesellschaftsvertrag zu machen, der den Menschen Schutz vor der übermächtigen Natur bietet, aber gleichzeitig auch Freiheit und Gleichheit herstellt.
J.J.R. sagt, alle Menschen haben dieses Ziel, nämlich frei und gleich zusammen zu leben. Im Vertrag muss also stehen, dass die Vertragschließenden, wenn sie vergesellschaftet sind, alle die gleiche Freiheit haben sollen.
Damit sie aber wirklich gleich sind, müssen sie mit dem Vertragsschluss ihre bisherigen Rechte auf individuelle Freiheit abgeben. Dafür erhalten alle Menschen die gleiche Freiheit, die im Vertrag zugesichert ist und die individuelle Freiheit ersetzt. Alle Bürger haben jetzt die „gleiche Freiheit“.

tmd.

Stichworte: Naturrecht, Naturgesetz

Polizeiboot
der Staat hat das Gewaltmonopol – Quelle: ptra, Pixabay

Thomas Hobbes macht einen Unterschied zwischen Naturrechten und Naturgesetzen, der für seine Staatstheorie notwendig ist.

Naturrechte sind dem Menschen im Naturzustand gegeben. Der Mensch hat das Recht darauf, alles zu besitzen und die Freiheit, alles zu tun, was er will. Das ist grenzenlose Freiheit und unbeschränktes Recht ohne jegliche Verantwortung.
Es ist „die Freiheit, nach welcher ein jeder zur Erhaltung seiner selbst seine Kräfte beliebig gebrauchen und folglich alles, was dazu beizutragen scheint, tun kann.“ (Leviathan, Kap. 14).

Naturgesetze sind Erkenntnisse der Vernunft. Der Mensch kann, wenn er seine Vernunft gebraucht, erkennen, dass es Regeln braucht, um konfliktfrei zusammenzuleben. Diese Regeln kann der Mensch selbst herstellen.

Daraus folgt aber, dass es eine Staatsgewalt geben muss, die für die Einhaltung der Gesetze sorgt.

Vom Naturrecht (grenzenlose Freiheit verbunden mit dem Krieg aller gegen alle) gelangt man durch Vernunft (Erkennen von Naturgesetzen: Friede muss hergestellt werden) zu einer Rechtsordnung (vom Menschen gemacht), die durch einen starken Staat geschützt und umgesetzt wird.

tmd.

Freiheit und Konflikte

Mädchen
„ich lasse mir nichts gefallen“ – Quelle: galvaniluppi, Pixabay

Selbstbestimmt leben wollen gehört zum Erwachsen werden und setzt Freiheit voraus. Ohne Freiheit ist Selbstbestimmung nichts wert. Es wäre Fremdbestimmung.
Anscheinend läuft der Prozess der Selbstbestimmung in Freiheit nicht ohne Konflikte ab. Konflikte und Streit sind aber für die meisten Menschen sehr unangenehm. Eigentlich wollen wir doch lieber in Harmonie leben.

Die Konflikte im Jugendalter sind „vorprogrammiert“.
Eigene Entscheidungen:

  • sind mit Unsicherheit und fehlender Erfahrung kombiniert,
  • widersprechen den Vorstellungen der Eltern und anderen, die erziehen wollen,
  • sind keine Laborexperimente, sondern risikoreiche Realität.

Eigentlich müsste der Pubertät ein Kurs im Konfliktmanagement vorgeschaltet werden. Aber erst in der Realität, also in der Praxis, kann man den Umgang mit Konflikten lernen. Das ist anstrengend und unangenehm. Die Entwicklung einer eigenen starken Persönlichkeit ist aber ohne Konfliktmanagement nichts möglich.

Was hat das aber mit Moral zu tun?

Wenn es um moralische Entscheidungen geht, geht es auch um Konfliktsituationen. Dilemmageschichten und Gedankenexperimente sind bestes Beispiel. Nun werden die Entscheidungen zu Dilemmasituationen im Laufe des Lebens nicht weniger. Mit Zunahme von Lebensalter, Freiheit und Verantwortung nehmen auch die moralischen Konflikte zu.

Es bleibt also nichts anderes übrig, als zu lernen, mit Konflikten umzugehen.

Merke also: Mehr Freiheit ist auch mehr Verantwortung. Mehr Verantwortung verlangt mehr Kompetenz in Moral und Gebrauch der Vernunft.

tmd.