Mobbing und das Böse

der Teufel
das Böse – Quelle: 5ahra, Pixabay

Mobbing wird grundsätzlich als ein Gruppenproblem behandelt. Täter und Opfer werden beschrieben und es wird nach Ursachen für das Verhalten von Tätern und Opfern gesucht.
Es ist also ein eher sozialpsychologisches Problem und nicht ein moralisches.
Schaut man in die Regieanweisungen der Moral, dann ist Mobbing schlicht verboten. Da sich so viele Menschen nicht daran halten, ist also mit Verboten oder Appellen und dergleichen nicht viel zu erreichen. Es wird also nach Gründen gesucht.
Warum sind die Täter so und nicht anders?
Was kann man für die Opfer tun, damit diese nicht weiter gemobbt werden?
Wie können die Kommunikations- und Handlungsstrukturen so geformt werden, dass es nicht zum Mobbing kommt?
Doch alle diese Antworten helfen wenig, wenn die Mobber ihr Verhalten nicht ändern. Mobber werden ihr Verhalten grundsätzlich nicht ändern, wenn die „informellen“ Strukturen und Machtverhältnisse, die das Mobbing darstellen, nicht aufgelöst werden. Was nämlich immer wieder zu beobachten ist: Täter geben formell nach, aber hinter dem Rücken der Streitschlichter und Mediatoren wird munter weiter gemobbt.
Die Ohnmacht der Beteiligten gegenüber den Mobbern führt zu sprachlicher Resignation. „Das ist eben so, das gab es schon immer.“
Es gibt aber auch einen anderen Weg.
Wenn Mobbing nicht mehr als psycho-soziales Problem behandelt wird (Mobber haben kein Selbstbewusstsein, haben Angst selbst gemobbet zu werden und dergleichen), sondern unter dem alten moralischen Blick nach gut und böse interpretiert wird, dann sieht die Sache plötzlich ganz anders aus.
Mobber sind böse Menschen.
Erziehung, Nachsozialisation und alles, was sozialpsychologisches Expertenwissen aufbietet, geht ins Leere.
Es gibt das Böse und wer böse ist, dem ist nicht zu helfen.
Das sollte man bei der Diskussion um Gut und Böse bedenken.

tmd.

Gut und Böse

das Grauen
das Böse – Quelle: kellepics, Pixabay

Existiert das Gute und das Böse als ein „Etwas“, von dem eine entsprechende Wirkung ausgeht oder ist es eine kulturelle Zuschreibung des Menschen, der damit Übel und Unrecht sowie alles, was dem Menschen schaden kann, nur beschreibt. Bei einer Zuschreibung wird aus Beschreibung und Erklärung plötzlich eine Sache, die es aber so nicht gibt.
Die Frage wird heftig diskutiert.
Wenn es das Böse irgendwo als ein „Etwas“ gibt, dann muss es in irgendeiner Weise das Böse in der Welt bewirken. Beispiele dafür sind zahlreich: Ein Massenmörder beispielsweise, der nicht psychisch krank ist, der vor seiner Tat nicht auffällig war. Wenn es keine Erklärung für eine solche Tat gibt, dann sagt man sehr schnell, dass hier das „Böse“ am Werk war.
In seinem Buch Jenseits von Gut und Böse versucht Michael Schmidt-Salomon das Böse als eine „Wahnidee“ zu entlarven. Anhand zahlreicher Beispiele zeigt er, dass es in der Natur Verhalten von Tieren gibt, die wir Menschen durchaus als „bösartig“ bezeichnen würden. Detailliert beschreibt Schmidt-Salomon beispielsweise den wissenschaftlich dokumentierten Vernichtungsfeldzug einer Schimpansenhorde. Ein regelrechter Völkermord unter Schimpansen. Das Böse wird naturwissenschaftlich erklärt. Unmoralisches Handeln ist daher als naturgegeben zu bewerten.
Wie soll man dann aber mit denjenigen Menschen verfahren, die sich unmoralisch, also böse verhalten?

tmd.