Moral und Technik

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Digitalisierung schafft neues Bewusstsein und verlangt nach passender Moral – Quelle: sigre, Pixabay

„Nur das Wissen um Normen und Werte, erst die Fähigkeit zur Debatte über Technikfolgen, macht eine Gesellschaft urteilsfähig.“ Nachzulesen ist dieser Satz in der Wochenzeitung „DIE ZEIT“ vom 15. Februar 2018 und dort auf Seite 67 in „These 9. Ethik ist kein intellektuelles Dekor; erst sie macht Menschen urteilsfähig“. Es geht dabei um ethische Dilemmata, die durch Digitalisierung und Robotik entstehen.
Eine Herausforderung ist das. Aber eigentlich nichts Neues. Die Reihenfolge im Gedanken ist hier wichtig. Zuerst gibt es Technikfolgen, dann die Debatte darüber, die der Normen und Werte bedarf.
Karl Marx würde sich amüsieren und sich bestätigt sehen. Die Moral entsteht schließlich nicht im lufleeren Raum. Digitalisierung als Faktor der Produktionsverhältnisse bringt die Dilemmata im Paket mit der passenden Moral hervor. Das kann man wissen.
Es ist eben nicht so, dass wir einen Koffer mit moralischen Werkzeugen haben, die nichts mit den Problemen zu tun haben. Vernunft arbeitet sich an den Problemen ab und die Lösungen stehen in engem Zusammenhang mit dem Problem. Es soll, so der Text in DIE ZEIT, verhindert werden, dass nur mit technischen Expertisen auf die Dilemmata geantwortet wird. Genau das aber geschieht, wenn man die Abhängigkeit des ethischen Diskurses von der Technikentwicklung nicht sehen will. Wann gab es eine geplante Weiterentwicklung der Technik, die vorherzusehen war?
Marx dachte, man könne die Produktionsverhältnisse gesamtgesellschaftlich politisch steuern, um die Abhängigkeit des Arbeiters von der Entwicklung der Produktionsverhältnisse zu verhindern. Ein Irrtum war das.
Was jetzt schon festzustellen ist: Es wird darüber nachgedacht, wie man Verantwortung abgeben kann in der neuen digitalen Welt der Roboter. Ein schwerer Fehler.

tmd.