Sterbefasten

Wolken, Himmel, Glaube
nicht auf den Tod warten, ihm entgegengehen – Quelle: geralt, Pixabay

Ein Tabuthema hat es in die Medien geschafft: Fasten mit dem Ziel das eigene Leben selbstbestimmt zu beenden. Das Erstaunliche daran ist, dass nur noch wenig Kritik von Ethikräten und Medizinern zu hören ist.
Einfach ist dieser Tod nicht. Aber die Beteiligten, besonders die Angehörigen des Menschen, der sterben will, sind informiert. Sie sind am Prozess des Sterbens beteiligt. Der Tod des geliebten Menschen trifft sie nicht unvorbereitet.
Bei dieser Art von Freitod leisten die Angehörigen keine Sterbehilfe. Sie leisten Sterbebegleitung. Eine schwierige Aufgabe. Müssen sie doch dafür sorgen, dass ihr Angehöriger bei seinem Vorhaben nicht behindert wird.
In einer Talkshow habe ich von der Geschichte eines Mannes gehört, dessen Sterben unnötig hinausgezögert wurde, weil eine Pastorin ihm immer wieder – wenn sie unbeobachtet war – Wasser zu trinken gab.
Das nun ist verständlich aus der Sicht der Gottesfrau. Sterbefasten ist für solche Theologen Selbstmord. Selbstmord ist aber eine Form der Selbsterlösung (vom Elend der Welt). Das ist in den drei großen Weltreligionen nicht erlaubt, sieht man mal von den Märtyrern ab, die Andersgläubige und Ungläubige weg sprengen.
Bleibt abzuwarten, wann und wie die Fundamentalisten unter den Gläubigen hier zur Gegenaufklärung ansetzen.

tmd.