Anmerkung: Integration und Religion

Deutschland-Flagge
integrierbar? – Quelle: geralt, Pixabay

Der islamistische Terror hat nichts mit dem Islam zu tun. Diese „politisch korrekte Empörung“ hat sich selbst entzaubert. Denn mit wachsender Religiosität steige auch die Zustimmung zu fundamentalistischen Positionen. Stark religiöse muslimische Männer werden häufiger straffällig als religiöse Christen. Nachzulesen ist das in einem Beitrag von Jan Bielicki in der SZ vom 20.4.2018.
Es geht dabei um die Frage, ob Religion die Integration behindere.
Die Antwort ist nicht recht zufriedenstellend. Denn es sieht so aus, dass Religion die Integration dann nicht behindere, wenn sie als „Nebensache“ von den Migranten angesehen wird. Ausschlaggebend für eine erfolgreiche Integration sei das soziale Umfeld und insbesondere die Schule.
Basis dieser Aussagen sind Umfragen aus dem Jahr 2015. Damals war das Ausmaß der Migrationswelle noch nicht zu erkennen.

Die politische Kultur der modernen aufgeklärten Republiken Europas leben davon, dass Religion eben nicht die Hauptrolle spielt.

Die politische Kultur Deutschlands baut auf Pluralismus und Kompromiss!
Kompromiss wird jedoch ausgehebelt, wenn der Pluralismus einen Fundamentalismus gewähren lässt, der von einem Gottesstaat und der Scharia träumt.

Die Deutsche Verfassung hat gegen den politischen Extremismus die Erfahrungen aus Weimar in Stellung gebracht: Wehrhafte Demokratie und die Artikel 1, 20 und 79. Der Artikel 4 der Verfassung lässt aber die Möglichkeit offen, mit religiösem Fundamentalismus die Verfassung zu unterlaufen.

tmd.

Religion kontra Menschenrechte

Blut, Verletzung
garantiert die Verfassung die Unversehrtheit? – Quelle: twightlightzone, Pixabay

Es gibt drei Artikel in der Deutschen Verfassung, die wir nicht aufgeben dürfen.
Artikel 1: Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Artikel 2: Jeder hat das Recht auf (..) körperliche Unversehrtheit.
Artikel 3: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

Und es gibt den Artikel 4: Hier geht es um Religionsfreiheit.

Der verfassungsrechtliche Konflikt zwischen Artikel 4 und den Artikeln 1 bis 3 ist schon vor Jahren ausgebrochen. Ethikräte schweigen dröhnend zu diesem Konflikt. Einen Sturm der Entrüstung sollte man erwarten.

Es geht um das Brauchtum der Beschneidung. Das Thema ist grundsätzlich vermintes Gelände. Wer sich hier äußert, der muss politisch korrekt reden. Wer hier Stellung bezieht, darf niemandem auf die Füße treten.
Weil dies so ist, wird nicht darüber geredet.

Im Ethikunterricht wird das Thema deshalb auch möglichst flach gehalten. Nicht darüber reden, nur kurz erwähnen. Es ist „Brauchtum“. Die Kinder fragen aber nach. Wenn erwähnt wird, dass es auch Mädchen betrifft, hauptsächlich in Afrika, dann ist die Entrüstung groß.

In DIE ZEIT vom 15.3.2018 beschreiben zwei Männer ihre Erlebnisse zu diesem Brauchtum, das immer noch als „Fest“ betitelt wird. SuS, die das lesen, sind entsetzt. Zu Recht! Es ist Zynismus, diese Körperverletzung derart zu benennen.

Von der Verfassung soll der Mensch geschützt werden. Es geht um körperliche Unversehrtheit.
Es geht um Menschenrechte. Haben Kinder keine Menschenrechte?
Steht Religion über den Menschenrechten? Nein!

tmd.