Kategorisch und hypothetisch

Der Unterschied zwischen kategorisch und hypothetisch lässt sich am besten an einem Beispiel erklären.

Pianospieler auf der Straße
Pianospieler – Quelle: Maky_Orel, Pixabay

„Wenn du ein professioneller Pianist werden willst, dann musst du täglich üben.“
Das ist eine hypothetische Aufforderung. Du kannst es dir auch merken als „wenn-dann“-Regel. Einen solchen hypothetischen Imperativ muss man nur befolgen, wenn man professioneller Pianist werden will. (Bei diesem Beispiel gehe ich davon aus, dass es so etwas wie eine natürliche Begabung zum Klavierspielen ohne Anleitung nicht gibt.)
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Kann man die Freiheit des Willens beweisen?

Das ist keine leichte Frage. Was bräuchte man, um den freien Willen wie ein Naturgesetz zu erklären und zu beweisen?

Schnecke, die ein Hindernis überwindet
Wille – Quelle: Maryam62, Pixabay

Genau! Eine heteronome (fremdgesetzliche) Bestimmung, nach welcher der Wille funktioniert. Beispiele wären psychologische Modelle. Aber dann wäre der Wille eben nicht mehr frei.
Was also tun?
Kant gibt hier eine einfache, aber um so robustere Erklärung: Für einen Menschen der Aufklärung ist der freie Wille eine Setzung, eine Forderung der Vernunft. Was sonst! Der aufgeklärte Mensch ist sich seiner Allmacht, nämlich der Herr im eigenen Haus – dem Bewusstsein – zu sein, vollkommen sicher.
Wie ist es dann möglich, das Menschen ihren freien Willen missbrauchen?
Kant würde antworten: Die sind eben nicht vernünftig oder wollen böse sein.
tmd.