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Gibt es gerechte Kriege? – Quelle: markusspiske, Pixabay

Ist ein Krieg schon dann gerecht, wenn einer der Kriegführenden irgendwelche Rechtsansprüche geltend machen kann? Eine interessante Antwort finden wir bei Francisco de Vitoria, der in Spanien um 1500 sich mit Fragen beschäftigte, die man heute als international relations bezeichnen würde. Er tat das also lange bevor Immanuel Kant seinen Bestseller Zum ewigen Frieden schrieb.

Vitoria erkannte, dass schon kleinere Kriege vor dem Hintergrund der Weltpolitik beurteilt werden müssen. Auch wenn ein Krieg rechtens sei, ist er „ungerecht, wenn er zum Schaden des Erdkreises (…) ist. Wenn beispielsweise ein Krieg der Spanier gegen die Franzosen aus gerechten Gründen unternommen würde und er im übrigen der Königsherrschaft der Spanier zuträglich wäre, wenn er aber dennoch größeres Unglück und Verluste für die Christenheit zur Folge hätte, etwa weil die Türken währenddessen christliche Provinzen eroberten, so muss man einen solchen Krieg abbrechen.“ (aus: Über die staatliche Gewalt)

Eine praktische Antwort auf drängende Fragen seiner Zeit.

tmd.

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