Über fehlende Selbstinspektion

Erkenne dich selbst – Quelle: Comfreak, Pixabay

Erkenne dich selbst: das ist so ein Merksatz, der richtig durchdacht werden sollte. Was man da erkennt, ist nicht immer erfreulich. Wollen wir doch alle gute Menschen sein – sind es aber nicht immer.

Friedrich Nietzsche, der unerbittliche psychologische Beobachter, hat diese Erkenntnis hergenommen, um auf unsere Gewohnheit der Projektion von negativen Charaktereigenschaften auf andere Menschen aufmerksam zu machen. Er meint: In dem Maße, in dem wir andere Menschen zu „Sündenböcken“ machen, lenken wir von unseren eigenen Schwachpunkten ab. (Menschliches, Allzumenschlich: Nr. 81,I)

Nietzsche nennt das: fehlende kritische „Selbstinspektion“. Er stellt fest: Die Selbstinspektion nimmt in dem Maße ab, wie der Unmut über andere Menschen zunimmt.

Wir erkennen dieses Verhalten auch und insbesondere im Mobbing in einer paradoxen Form. Das, was der Mobber an Selbsterkenntnis eigentlich unterdrücken will, das schreibt er dem Mobbingopfer zu. Gemeint ist: Die Angst, so zu sein wie ein anderer, ist nur zu ertragen, wenn die negativen Merkmale der anderen Person zugeschrieben werden.

Also: Achtung Mobber – ihr seid durchschaut!

tmd.

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