Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

Im Ethikunterricht der 8. Klasse (G8) gehört das Thema Magersucht in das Modul: Verantwortung. Und dort wird es in den Lehrbüchern voyeuristisch in Textschnipseln abgehandelt.
Lilly Lindners Jugendbuch ist ein Gegendentwurf zu dieser zur Schau Stellung einer Krankheit.

Selbstwahrnehmung – Quelle: strecosa, Pixabay

Es geht um April (englisch gesprochen) und Phoebe. April ist 16 Jahre alt. Phoebe ist 9 Jahre alt. Sie sind Schwestern. Sie sind sprachgewaltig. Ihre Umwelt ist es nicht. Ausnahme: Phoebes Freundin Hazel hat einen Vater, der April und Phoebe versteht.
Phoebe und April kämpfen gegen Lieblosigkeit in ihrer Familie, in unserer Gesellschaft. Die beiden Schwestern und Phoebes Freundinnen Paula und Hazel leben Mitgefühl. Die Erwachsenen (Ausnahme ist Hazels Vater) sind unfähig dazu.

Über Magersucht zu reden, setzt ein Buch wie Was fehlt, wenn ich verschwunden bin voraus, wenn man keinerlei Erfahrung hat und sich nicht in abstrakten Definitionen von Magersucht ergehen will. Lilly Lindner hat ein Buch geschrieben, das im Unterricht gelesen werden kann und sollte.

Es macht wenig Sinn, das Buch wie im Deutschunterricht zu analysieren. Das Buch muss man lesen und die Emphatie spüren.

„Du bist der Grundstein in meinem Wortschatz, für einen glücklichen Satz. Ohne dich habe ich keine Wortgemeinschaften. Ohne dich steht jedes Wort alleine in einem fremden Raum. So wie ich.“ (S. 191)

April stirbt. Das kann man vorab schon erzählen. Auch erzählen kann man, dass das Buch nur aus Briefen besteht. Zuerst sind es Briefe von Phoebe an April, dann die von April an Phoebe.

Was fehlt, wenn ich verschwunden bin, Lilly Lindner, 2015, Fischer.

tmd.

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