Was ist ein Gedankenexperiment?

Experimente kennen wir aus Natur und Technik. Beispiel: Wir bauen einen Papierflieger und sehen, dass er je nach Bauart (Falttechnik) besser oder schlechter fliegt. Wir perfektionieren die Falttechnik (oder schauen im Internet nach der besten Faltanleitung). Das Ergebnis unserer Experimente ist ein tauglicher Papierflieger. Das Experiment ist also immer vor uns. Wir können es sehen und anfassen.
Beim Gedankenexperiment ist das anders. Hier denken wir uns etwas aus und untersuchen, ob das Ausgedachte funktioniert oder nicht.
Ein Beispiel, das die meisten (aus dem Ethikunterricht, wenn sie denn dort waren) kennen. Die Bewohner einer Kleinstadt beschließen, dass eine Woche lang jeder lügen darf. Was wären die Folgen, fragt man dann im Gedankenexperiment.

Einfache Methode der Philosophie
Gedankenexperiment – Quelle: geralt, Pixabay

Was muss man bei einem Gedankenexperiment noch beachten? Meistens sind Bedingungen vorgegeben, die man beachten muss – also wie Spielregeln.
Meist sind es diese Rahmen-Bedingungen, die ein Gedankenexperiment ganz schön kompliziert machen. Um bei dem Beispiel zu bleiben: Die Bürger der Kleinstadt können, aber müssen nicht lügen. Das macht es beinahe unmöglich, festzustellen, ob jemand lügt oder nicht.
Das Gedankenexperiment ist eine einfache, aber starke Methode in der Philosophie. Man kann die möglichen Folgen des Handelns feststellen und anschließend verantwortungsvoll handeln. Warum? Weil man weiß, welche Folgen das eigene Handeln hat. Muss man aber verantwortungsvoll handeln? Nein. Wir Menschen haben einen freien Willen und können uns auch entschließen, das Böse, das Unmoralische zu tun.
tmd.

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