Was wusste Sokrates und warum wurde ihm sein Wissen zum Verhängnis?

junge Frau hat erfolgreich meditiert
das Gute tun ist immer besser – Quelle: dimitrisvetsikas1969, Pixabay

Die Diskussion um Sokrates und den viel zitierten Satz (ich weiß, dass ich nichts weiß), der so in den Quellen nicht zu finden ist, geht weiter. Was wusste Sokrates nun wirklich?
Zunächst ist es so, dass Sokrates von sich sagen konnte, dass er über Dinge, von denen er nichts verstehe, auch wisse, dass er sie nicht verstehe. Das ist nicht gerade sensationell, aber zeigt doch einen gewissen Grad der Selbst-Reflexion auf hohem Niveau.

Was wusste er nun aber wirklich?
Sokrates konnte für sich beanspruchen, dass er die richtige Werteordnung hatte. In seinen Dialogen konnte er beweisen, dass seine Gesprächspartner von Moral und Tugenden keine Ahnung hatten. Das war es letztlich auch, was ihm zum Verhängnis wurde. Mit seiner Form der Gesprächsführung legte er das Nichtwissen der anderen objektiv offen. Jeder verstand das. Sokrates konnte nachweisen, dass seine Gesprächspartner alles Außermoralische für wichtig hielten und das Moralische nicht. Am Beispiel des Sterbens machte er es zuletzt noch klar. Die Menschen wissen nichts vom Tod und dem Leben im Jenseits und doch fürchten sie es und halten das Leben für wichtiger. Im Leben wissen sie aber nicht, was das Gute und was die Tugenden wirklich sind.
Wenn es also im Leben darum geht, das richtige zu tun, zum Beispiel recht zu handeln, dann solle man das auch tun, auch wenn der Tod drohe. Die Menschen darauf hinzuweisen, dass sie die falsche Werteordnung haben, ist also richtig, auch wenn es in den Tod führt.
Sokrates wusste also was „nicht geht“: Nämlich Unrecht tun. Und das ist zumindest schon einiges.

tmd.

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