Was wusste Sokrates?

junge Frau meditiert
Erkenntnis durch Vernunft und Meditation – Quelle: dimitrisvetsikas1969, Pixabay

Wusste Sokrates „nichts“ oder war er nicht-wissend? Der Originaltext kann so übersetzt werden: Ich weiß, dass ich nicht weiß. Das „s“ bei „nicht“ verfälscht die Aussage des viel zitierten Satzes grundsätzlich.
Da es bei Sokrates um Erkenntnistheorie geht, ist ein „nichts“ im Satz irreführend. Denn Sokrates wusste schon einiges, war also nicht unwissend. Er hatte schließlich einen Beruf erlernt, war Soldat gewesen und er konnte sich in seine Polis kompetent einbringen, wenn alles stimmt, was erzählt wird.
Es ging Sokrates um Erkenntnis des Guten und nicht nur um Meinung und Glauben über Alltagsdinge.

Meinung und Glauben reichen nicht aus für die wahre Erkenntnis. Das wissen wir von Platon, der die Dialoge des Sokrates mit seinen Mitbürgern aufgeschrieben hat. „Raus aus dem Kerker der Sinne“ war dessen Appell. Auch wenn es so ist, dass Platon unser Bild des Sokrates geschaffen hat, das zu seiner eigenen Lehre passt, so ist doch plausibel, was da über Sokrates geschrieben wird. Es heißt, dass Sokrates sehr viel nachgedacht habe. Dieses Nachdenken interpretiere ich als Meditation. Die Folge von Meditation soll sein: Erleuchtung. Diese Erleuchtung ist nun nicht einfach Meinung oder Glauben, erst recht nicht Offenbarung. Es zielte auf reine Erkenntnis durch Vernunft.
Sein „Nicht-Wissen“ bezog er also auf diese reine Erkenntnis.

tmd.

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