Wir sind Obdachlose in unserer Welt

Besitz – ja oder nein
Besitz – ja oder nein – Quelle: lannyboy89, Pixabay

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“ Theodor W. Adorno schreibt das in Minima Moralia, dort in Asyl für Obdachlose. Grundlage ist hier bei einer Interpretation immer die Theorie von Basis und Überbau bzw. der Satz: Das Sein bestimmt das Bewusstsein. So heißt es bei Marx. Es ist also anzunehmen, dass man – abhängig vom Dasein – nicht bemerkt, dass man im falschen Dasein lebt. Man täuscht sich also (wie die Kapitalisten) über die wahren Verhältnisse.

Da es hier im Blog um Moral geht, fragt man nach einem Ausweg aus dieser erkenntnistheoretisch ausweglosen Situation und dem moralisch richtigen Verhalten.

Soll man etwas besitzen? Um diese Frage dreht es sich.

Ist es moralisch richtig auf Eigentum zu verzichten? Ist das das richtige Leben? Natürlich, wenn die gesellschaftlichen Verhältnisse so sind, dass man dadurch keinen Nachteil hat und nicht abhängig wird von den gesellschaftlichen (kapitalistischen) Verwertungsverhältnissen. Aber das genau – so schreibt Adorno – ist man in der kapitalistischen Gesellschaft immer.

Also sollte man Eigentum ansammeln, damit man unabhängig wird von diesen Verwertungsverhältnissen. Dann aber unterstützt man durch sein Handeln doch wieder das kapitalistische System. Man schafft das falsche Leben, obwohl man meint, das moralisch Richtige zu tun. Wir sind also Obdachlose geworden in unserer kapitalistischen Welt. Wo und wie können wir moralisch handeln?

tmd.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*